Indien // Monsun-Mumbai

10 Tage Indien liegen mittlerweile hinter uns und es wird endlich Zeit euch einmal ausfuehrlich ueber die ersten Tage hier in diesem verrueckten Land zu berichten…

Unsere Reise nach Mumbai mit Gulf Air via Bahrain verlief gut. In Bahrain hatten wir kurz Aufenhalt…Maenner in ‘westlicher’ Kleidung, Frauen in Burkas, manche bin zu den Augen verhuellt, Starbucks und McDonald’s in arabischen Schriftzuegen, Bilder der Scheichdynastie…

Wir landeten gegen 5 Uhr morgens in Mumbai auf regennasser Fahrbahn. Willkommen Monsun! Die Taxifahrt in die Stadt und zu unserer vorher gebuchten Unterkunft durch das erwachende Mumbai liess uns langsam eine Ahnung dieser Stadt geben: Taxis, Motorraeder, Busse, LKWs, Smog, Marktreiben, Hunde, Katzen, Kraehen, Ziegen, Kuehe, Menschen auf der Strasse, Muellberge, eine Skyline aus viktorianischen Gebaeuden mit morbiden Charme, hypermodernen glaesernen Hochhaeusern, Bauruinen und Verschlaegen, Frauen in Saris, Frauen in Businessoutfits, Toyotas und Tatas…

Wir kommen im Lawrence Hotel unter, ein Geheimtipp unter Budgetreisenden, denn Mumbai ist im Vergleich zu Rest-Indien nicht nur relative westlich, sondern auch teuer. Wir haben fuer euch ein paar Aufnahmen in unserem Mumbai-Video von unserer Unterkunft gemacht. Das ‘Hotel’ liegt direct neben dem Colaba-Viertel, sozusagen die Altstadt oder das viktorianische Zentrum Mumbais (ehemals Bombay). Hier testen wir unseren ersten Chai und sehen dan Platz vor dem beruehmten Gateway of India und dem Taj Mahal Palace Hotel menschenleer.

Mumbai gehoert ist mit ueber 20 Millionen Einwohner die fuenftgroesste Stadt der Welt. Wahrscheinlich leben aber noch viel mehr Menschen hier, unter Plastikplanen, in Bahnhoefen, auf der Strasse. Jeder geht irgendeinem Business nach, sei es als Marketingmanager, Salesman oder eben auf dem Gehweg als Ohrputzer oder mit einer Personenwaage.

In Mumbai haben wir Parallelwelten kennen gelernt: feuchtheisses Monsunklima, Verkehrslaerm und Muell auf den Strassen – dann oeffnet ein Tuersteher in Sikh-Montur (also Turban und feinem Zwirn) die Tuer zu einem schicken Einkaufszentrum, Klimaanlage, gedaempfte Musik, alle moeglichen Produkte koennen hier gekauft warden… – nach 30min geht man wieder hinaus und ist zurueck in der Wirklichkeit.

Momentan ist Monsun, also Regenzeit. Etwa 2-3 mal am Tag schuettet es aus Kuebeln. Kurz und heftig. Aber nicht schlimm. Die Stadt wirkt ueberraschenderweise gruen ueberwuchert. Alte Baeume ranken ihr Luftwurzeln ueber alte Mauern. An jeder Ecke riecht man koloniale Luft durch zerbroeckelnde viktorianische Mauern. Die Viktoria Station ist ein Paradebeispiel dieses Baustils…

Mit Mumbai verbindet man auch die Terroranschlaege von 2007 im Taj Mahal Hotel und dem Touristenviertel Colaba. Entsprechend wurden die Sicherheitsvorkehrungen verschaerft. Vor jedem wichtigen Gebaeude stehen nicht nur Wachposten sondern auch aus Sandsaecken aufgebaute Barrikaden aus den Gewehrlaeufe luken.

Trotzdem hat uns Mumbai ganz gut gefallen mit seiner cosmopolitischen Atmosphere, dem alt-kolonialen Baustil und dem recht gruenen Erscheinungsbild. Hier ist Indien am europaeischsten – im Nachhinein koennen wir das so wohl sagen. Hier gibt es nicht nur alle moeglichen grossen Stores, Multiplexkinos, Fast Food Ketten… Hier tragen die Frauen abends auch mal kurze Roecke, aermellose Shirts, Paerchen halten sich an den Haenden und kuessen sich sogar manchmal in der Oeffentlichkeit.

Mumbai war also unser Ausgangspunkt und eigentlich wollten wir von hier aus in den Norden zu einer Rundreise starten. Aber der Indische Staat bzw. die indischen Visumsvorschriften hatten was dagegen. Mit unserem Employment-Visum, welches wir fuer die spaetere Arbeit in der NGO brauchen, muessen wir uns registrieren…in einer dafuer vorgesehenen Stelle, dem Foreigner Regional Registration Office (FRRO). In Mumbai gab man uns keine Registrierung, da unsere ‘Arbeit’ in Suedindien, im Bundesstaat Tamil Nadu ist. Das Problem: Innerhalb 14 Tage muss man sich registrieren, sonst ist man ‘illegal’ im Land. Um nicht wirklich mit den indischen Behoerden in Konflikt zu greaten entschlossen wir uns schweren Herzens unsere Plaene umzuschmeissen (“That’s India!”) und buchten kurzerhand einen Flug nach Chennai. From the West-Coast (Mumbai) to the (South) East-Coast sozusagen…

Wie das Ganze ausging erfahrt ihr aber beim Naechsten Blog-Post. Es soll ja schliesslich spannend bleiben… 😉

2 comments
  1. Stefan Kampe said:

    Hey ihr Zwei,

    also einige Hundert Euro würde ich als Kaution für Euch bereitstellen, sagt einfach Bescheid! Aber ihr kommt sicher auch ohne über die Runden! Freuen uns das es Euch gut geht. t da
    Man hat das Gefühl das ihr langsam den Groove findet für eure Reise.
    Gibt es eigentlich eine Adresse wo ihr mit Sicherheit mal in den nächsten Monaten seid und wo man Euch was hinschicken kann?

    Liebe Grüße aus Good old Germany

    Emil, Katharina und Stefan

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