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Monthly Archives: August 2012

Schon in den ersten Tagen in Tamil Nadu sind uns diese Muster vor den Tueren der Haeuser hier, aber auch in den Tempeln aufgefallen. Oftmals sind das richtige Kunstwerke.

Britto erklaerte uns diese Tradition folgendermassen: Jeden morgen zum Sonnenaufgaben saeubern die guten Hausfrauen die Eingangsbereiche ihrer Haeuser und malen mittels Reismehl (zur Not geht auch Kreide) diese Ornamente (Rangoli) vor ihre Tueren. Damit begruessen sie den Tag und entlassen die Goetter aus dem Haus, damit auch diese ihrem Tagwerk nachgehen koennen… Ja, und dann fuettern sie damit auch die Ameisen und so. Puh, fragt mich aber nicht, warum sie das tun. So haben wir es zumindest erklaert bekommen… 🙂

Aber schoen sind diese Muster allemal 🙂

Letztens lief uns dieses Exemplar vor die Fuesse…ein ausgewachsener schwarzer Skorpion! Es war abends vor dem RIDE Office und wir wollten gerade in unser Zimmer gehen. Jeyaraj (der Chef von RIDE) hatte ganz schoen Bammel…er meinte, er habe noch nie so ein grosses Ding gesehen. Ich hatte eher Angst, dass unser Haushund Joy damit spielen will… Waehrend dessen greift unsere Gastmum Britto Eiskalt zu den Latschen und erledigt den Skorpion kurz und schmerzlos. Zuvor konnte Markus aber noch ein Foto schiessen.

Merke: Immer schoen aufpassen, was einem so vor die Fuesse laeuft! Unsere RIDE-Kollegin Anu nennt diese Art Skorpion uebrigens Black Coffin (z. dt. Schwarzer Sarg)… Naja, man muss hier einfach ein bisschen umsichtiger sein, als man es von Deutschland her gewohnt ist.

Heute gibt es ein Rezept aus Britto’s Kueche. Sagt uns bescheid, wenn ihr es mal nachgekocht habt. 🙂

Chana Masala

(fuer 4-5 Personen)

Zutaten

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Endlich kommt der langersehnte Beitrag über das indische Essen! Yeah! Gruesse an dieser Stelle besonders an Sascha und Kevin! 🙂

Zunächst einmal sei gesagt: Indisches Essen ist nicht gleich indisches Essen! Genauso wie in den Mentalitäten, geschweige denn bei den Sprachen (darüber werden wir auch bald mal berichten…), gibt es enorme Unterschiede zwischen den Gerichten…insbesondere zwischen Nord- und Südindien. Da wir momentan im Bundesstaat Tamil Nadu, Südindien sind, können wir euch erst einmal nur von dem Essen hier berichten. Weitere Beiträge folgen also hoffentlich bald zum allseits beliebten Thema ‚Speisen und Getränke‘ 😉

Start in den Tag

Der Tag beginnt mit einem guten südindischen Frühstück! Das beinhaltet im Sueden meistens Idli oder Dosa mit einer Auswahl von 1-3 Soßen: Sambar, Chutney und/oder Pickles. Idli sind sowas wie dampfgegarte Brötchen aus Reismehl. Dosa sind große knusprige hauchdünne Crêpe. Lecker!!! Die Soßen sind immer herzhaft-scharf. Traditionell gibt es kein süßes Frühstück. Aber keine Panik! Man bekommt hier auch ganz normal Toast, Marmelade und Omlett. Haferflocken gibt’s auch manchmal. Bei RIDE bekommen wir immer drei Mahlzeiten am Tag und unsere Gastmutti Britto sorgt stets für Abwechslung 😉 Manchmal macht sie uns auch French Toast, den sie hier Bombay Toast nennt. Markus ist ein Fan davon. Anja mag eher Idli und Dosa…und dann gern auch mit Marmelade oooder mal Nutella (jawoll, uns geht’s also richtig gut beim Thema Essen). 😉

Vormittags und Nachmittags bekommen wir unsere tägliche Dosis Chai-Tee und Kaffee. Chai bekommt man an jeder Ecke, zu jeder Tageszeit. Ein Schwarztee aufgebrüht mit allerhand Gewürzen und gemischt mit Milch und Zucker. Filterkaffee gibt’s hier nicht. Aber mit dem löslichen Kaffee kocht unsere ‚Mutti‘ trotzdem immer guten Milchkaffee, mit einer Spur Kadamon.

Mahlzeit!

Das Mittagessen beinhaltet ’normalerweise‘ immer Reis. Nudeln gibt es hier übrigens nur, wenn man chinesisch bestellt… 😉 In den Restaurants bekommt man zu Mittagszeit oft das s.g. ‚Tali‘-Menü: ein großes Tablett mit vielen Vertiefungen. Für allerhand Sößchen, Chutneys, Relishs und ganz wichtig Sambar (gabs schon zum Fühstück). Sambar ist eine Art eingekochte Gemüße-Suppe-Brühe-Soße. Also recht flüssig, mit Gemüsestücken. Und Gewürzen natürlich. Das gießt man sich über den Reis, vermengt das ganze nach Belieben noch mit Chutney oder Beilagengemüse und ab in den Mund. Gegessen wird taditionell mit der rechten (!) Hand. Dazu gibt’s was zum Knuspern: Papadam fehlt Mittags eigentlich nie. Manchmal wird das Essen auch auf einem Bananenblatt seviert. Dieses soll besonderen Respekt gegenüber den Gästen ausdruecken…

Masala Spice

Das Abendessen gestaltet sich wieder als recht abwechslungsreich. Manchmal gibt es auch Dosa, Idli oder Reis. Oder eine der vielen anderen veschiedenen Fladenbrot-Vaianten: Puri, Roti, Chappatti… zusammen mit Masala (sowas wie Eintopf mit zich Gewuerzen), Sambar, Curry, Beilagengemüse.

Das beliebte Naan-Brot, was ihr vielleicht aus indischen Restauants kennt, gibt es in Südindien eher selten. Das wird eigentlich im s.g. Tandoori-Ofen gebacken, eher in Zental/Nordindien. Auch Dhal, die Linsensuppe gibts hier nicht. Man sollte also mal in Deutschland ein Südindisches Restauant aufmachen… 😉

Zu jeder Mahlzeit bekommen wir bei ‚Mutti‘ auch was frisches. Obst wie Bananan, Papaya, Mango (die Mangozeit ist jetzt leider zu Ende), Ganatapfel (die Saison beginnt gerade) oder Guaven… Frisches Gemuese, so wie wir es im Salat kennen, gibt es kaum. Eher mal ne Gurke. Aber sonst…kleingekochtes Gemuese.

Baeckereien und Suesses gibt es auch. Aber wie wir bereits von unserer lieben Freundin Kumuda wissen, moegen’s die Inder hier recht suess 😉

Einen Lassi, bitte!

In Sachen Getraenke habe ich ja schon den Chai genannt. Ansonsten ist noch der s.g. Lassi typisch indisch, ein Getraenk aus Joghurt-Buttermilch, oft durchgemixt mit Mango, Papaya, Ananas… Einfach lecker! Und ne halbe Mahlzeit. Ein Sattmacher ist auch der Mango-Saft namens Maaza (gehoert dem CocaCola Imperium). Aber schaut nicht auf den Zuckergehalt! Erfrischend ist die Lime-Soda, einfach ne kleine Limette, Zucker (oder Salz), Sprudelwasser. Ansonsten gibt es ueberall Obst/Saft-Staende, von denen man frisch gepressten Saft kaufen kann.

Biermaessig (jaa, das interessiert den Deutschen!) gibt’s hier n paar nette Kreationen. Klassich ueberall in Indien erhaeltlich ist Kingfisher Beer. Kingfisher ist ein Multikonzern, u.a. gehoert denen auch eine Fluglienie. Leider bekommen wir hier in Tamil Nadu oft nur die Strong Beer Variante… Dann gibt es noch fesche Biersorten wie British Empire, Vorion Light oder Max Kool. British Empire ist noch das trinkbarste. Wir haben vor kurzem Juergen und Dagmar, zwei Deutsche aus Duesseldorf kennen gelernt. Sie leben und arbeiten seit 6 Jahren nun schon in Indien und haben ein huebsches Anwesen. Juergen will unbeding versuchen Deutsches Bier zu brauen. Wir duerfen also gespannt sein 🙂

Fazit: So scharf iss’es gar nicht!

Nach ueber einem Monat indischer Kueche kann ich euch sagen, dass es gar nicht sooo gefuerchtet scharf ist. Das heisst, jawohl es ist scharf, aber ich hab’s mir schlimmer vorgetstellt. Eigentlich ist es sehr lecker!

Wenn ich euch also jetzt den Mund waessrig geredet habe, dann bleibt gespannt. Demnaechst wird es auch das eine oder andere Rezept aus Britto’s Kueche geben 😉

Alles Liebe & Gruesse an das Deutsche Vollkornbrot!,
Anja & Markus

Vor mittlerweile schon wieder geraumer Zeit haben wir einen Ausflug an die Ostküste (130km südlich von Chennai) nach Auroville gemacht. Die Kommune Auroville wurde 1968 nach der Idee von Sri Aurobindo und Mira Alfassa („The Mother“) gegründet. Auroville hat sich zum Ziel gesetzt ein Ort auf der Erde zu sein, an dem alle Menschen egal welcher Nation, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sozialer Stellung oder welchen Alters sie auch sein mögen, friedlich zusammen leben koennen. Außerdem, strebt die Stadt an, ein Ort ständiger Forschung und Weiterentwicklung zu sein. Irgendwann möchte man auch einmal den Zustand vollständiger Autarkie erreichen, was derzeit aber noch nicht der Fall ist.

Zur Gründungszeremonie (1. Spatenstich) im Jahre 1968 haben sich 5000 Menschen aus insgesamt 124 Nationen um einen Banyan-Baum versammelt welcher das zukünftige Zentrum der Kommune darstellen sollte. Die Repräsentanten der verschiedenen Staaten haben jeweils etwas Erde aus ihrem Heimatland mitgebracht welches dann zusammen in einer Urne aus weissem Marmor aufgestellt wurde. Seither hat sich die Stadt entwickelt und derzeit leben ca. 2200 sogenannte „Aurovillaner“ aus ungefähr 45 Nationen dort. Abgesehen von den Indern führen die Franzosen, dicht gefolgt von den Deutschen, die Rangliste an. Das ganze Stadtkonzept von Auroville ist auf eine Bevoelkerung von ca. 50000 Menschen ausgelegt.

Wir waren lediglich einen halben Tag dort und haben uns im Besucherzentrum ueber Auroville informiert, einen Informationsfilm angesehen und einen kleinen Spaziergang zum sogenannten Matrimandir, eine Art Haupttempel von Auroville, gemacht. Insgesamt klingt das Projekt recht spannend und gerade was die Bemuehungen um nachhaltiges Wirtschaften und der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien anbelangt, wird hier glaube ich eine recht gute Arbeit geleistet. Der nur sehr kleine Teil von Auroville, den wir gesehen haben, machte auch einen erstaunlich sauberen und gepflegten Eindruck auf uns.

Nichtsdestotrotz, hatte Auroville fuer uns persoenlich eine Art „Sektencharakter“. Warum? Der weibliche Teil des Gruender-Duo’s wird im Allgemeinen als „The Mother“ bezeichnet und verherrlicht, was schon mal einen eher unserioesen Eindruck macht. Moechte man als Aussenstehender in Auroville Fuss fassen, so muss man zunaechst eine einjaehrige Probezeit durchstehen. Danach wird von einer Art Versammlung entschieden, ob man zur Kommune passt oder nich,t und ob man weiter dort leben darf. Im Allgemeinen wird erwartet, dass man sich ein eigenes Haus baut, in dem man lebt. Hierbei ist aber zu beachten, dass auch wenn man dieses Haus selbst finanziert und gebaut hat, es trotzdem kein Privateigentum ist, sondern Auroville gehoert. Man hat lediglich das Recht auf Lebenszeit in diesem Haus zu wohnen und es auch an seine Nachkommen weiterzuvererben.

Sehr viel mehr moechten wir gar nicht darueber schreiben. Wer noch mehr darueber erfahren moechte sei auf den Wikipedia Artikel zu Auroville verwiesen. Jeder kann sich dann selbst ein Bild machen und darueber denken was er mag. 🙂

Liebe Gruesse,
Markus & Anja

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Ja genau ihr habt richtig gelesen – Wir fahren in den Urlaub! 🙂

Fuer 2 Wochen gehts auf die Andamanen um dort den Geburtstag von Markus zuenftig zu feiern und auch vielleicht ein bisschen Ruhe und Entspannung vom hektischen Festland zu bekommen.

Wo sind die Andamanen? Kuckst du hier.

Aber keine Angst – wir haben schon den ein oder anderen Artikel vorab fertiggestellt. Diese werden in leicht verdaulichen Haeppchen in den naechsten Tagen auch ganz ohne unser zutun hier veroeffentlicht.

Fuer alle die sich bisschen Appetit holen wollen:

Andamanen @ Google Images

Also bis bald,
Euer Markus & Anja

Wir haben mal wieder keine Kosten und vor allem Muehen gescheut fuer euch ein neues Video zusammenzustellen. Damit soll euch einfach mal ein kurzer Einblick in die Umgebung unseres derzeitigen Schaffens bei RIDE India gegeben werden. Unser OpenSource-Videoschnittprogramm „Openshot“ und das Netbook ist hierbei schon maechtig an seine Grenzen gestossen.

Also fuer alle Informatiker: Wer kann ein freies Videoschnitt-Tool fuer Linux empfehlen?

Fuer alle anderen: Viel Spass beim kucken! 🙂

[vimeo http://www.vimeo.com/47639710 w=500&h=375]

Heute ist der Indische Unabhaengigkeitstag. Vor 65 Jahren, am 15. August 1947, konnte sich die Indische Nation von der Britischen Kolonialherrschaft lossagen.Das wird im ganzen Land mir fruehmorgentlichen Fahnenappell gefeiert. Danach geht jeder seiner Wege…die meisten Leute haben aber frei.

Wir waren heute morgen wieder in der RIDE Schule im Dorf Sevilimedu. Dort haben die Kids ein kleines Programm vorbereitet. Zunaechst schmueckten die Lehrerinnen den Fuss der Fahnenstange. Das Bildnis von Mahatma Ghandi wurde auf einen roten Plastikstuhl gesetzt und ebenfalls geschmueckt. So hatte Indiens Nationalvater alles im Blick. Dann gab es ein Gebet und den Fahnenappell. Jeyaraj, der Chef von RIDE, oblag die Ehre, die Fahne zu hissen. Dabei regneten Blumen auf ihn herab.

Danach haben Kinder aus jeder Klassenstufe Gedichte oder Lieder ueber die Indische Nation, die Verfassung, ueber Ghandi, Nehru (der erste Praesident), Delhi usw. … Das war ganz niedlich anzusehen und wir haben fuer euch ein paar schoene Fotos hochgeladen.

Wie lebt es sich eigentlich so als Taxifahrer in  Mumbai? Als wir vor kurzem in der Millionenstadt unterwegs waren, sind uns die schwarz-gelben Flitzer natuerlich mit als erstes ins Auge gestochen. Nach Ankunft am Flughafen Mumbai sind wir schliesslich als erstes via Taxi mit Indien (und dem Verkehr) in Beruehrung gekommen.

Viel Spass bei unserem kleinen Interview mit Taxifahrer Gufran & einen guten Wochenstart euch allen!

Bis bald,
eure Anja und Markus

[vimeo http://www.vimeo.com/46875126 w=500&h=375]