Auroville – Schein oder Sein

Vor mittlerweile schon wieder geraumer Zeit haben wir einen Ausflug an die Ostküste (130km südlich von Chennai) nach Auroville gemacht. Die Kommune Auroville wurde 1968 nach der Idee von Sri Aurobindo und Mira Alfassa („The Mother“) gegründet. Auroville hat sich zum Ziel gesetzt ein Ort auf der Erde zu sein, an dem alle Menschen egal welcher Nation, Hautfarbe, Religionszugehörigkeit, sozialer Stellung oder welchen Alters sie auch sein mögen, friedlich zusammen leben koennen. Außerdem, strebt die Stadt an, ein Ort ständiger Forschung und Weiterentwicklung zu sein. Irgendwann möchte man auch einmal den Zustand vollständiger Autarkie erreichen, was derzeit aber noch nicht der Fall ist.

Zur Gründungszeremonie (1. Spatenstich) im Jahre 1968 haben sich 5000 Menschen aus insgesamt 124 Nationen um einen Banyan-Baum versammelt welcher das zukünftige Zentrum der Kommune darstellen sollte. Die Repräsentanten der verschiedenen Staaten haben jeweils etwas Erde aus ihrem Heimatland mitgebracht welches dann zusammen in einer Urne aus weissem Marmor aufgestellt wurde. Seither hat sich die Stadt entwickelt und derzeit leben ca. 2200 sogenannte „Aurovillaner“ aus ungefähr 45 Nationen dort. Abgesehen von den Indern führen die Franzosen, dicht gefolgt von den Deutschen, die Rangliste an. Das ganze Stadtkonzept von Auroville ist auf eine Bevoelkerung von ca. 50000 Menschen ausgelegt.

Wir waren lediglich einen halben Tag dort und haben uns im Besucherzentrum ueber Auroville informiert, einen Informationsfilm angesehen und einen kleinen Spaziergang zum sogenannten Matrimandir, eine Art Haupttempel von Auroville, gemacht. Insgesamt klingt das Projekt recht spannend und gerade was die Bemuehungen um nachhaltiges Wirtschaften und der Ausbau der Nutzung erneuerbarer Energien anbelangt, wird hier glaube ich eine recht gute Arbeit geleistet. Der nur sehr kleine Teil von Auroville, den wir gesehen haben, machte auch einen erstaunlich sauberen und gepflegten Eindruck auf uns.

Nichtsdestotrotz, hatte Auroville fuer uns persoenlich eine Art „Sektencharakter“. Warum? Der weibliche Teil des Gruender-Duo’s wird im Allgemeinen als „The Mother“ bezeichnet und verherrlicht, was schon mal einen eher unserioesen Eindruck macht. Moechte man als Aussenstehender in Auroville Fuss fassen, so muss man zunaechst eine einjaehrige Probezeit durchstehen. Danach wird von einer Art Versammlung entschieden, ob man zur Kommune passt oder nich,t und ob man weiter dort leben darf. Im Allgemeinen wird erwartet, dass man sich ein eigenes Haus baut, in dem man lebt. Hierbei ist aber zu beachten, dass auch wenn man dieses Haus selbst finanziert und gebaut hat, es trotzdem kein Privateigentum ist, sondern Auroville gehoert. Man hat lediglich das Recht auf Lebenszeit in diesem Haus zu wohnen und es auch an seine Nachkommen weiterzuvererben.

Sehr viel mehr moechten wir gar nicht darueber schreiben. Wer noch mehr darueber erfahren moechte sei auf den Wikipedia Artikel zu Auroville verwiesen. Jeder kann sich dann selbst ein Bild machen und darueber denken was er mag. 🙂

Liebe Gruesse,
Markus & Anja

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