(Sued-)indische Koestlichkeiten

Endlich kommt der langersehnte Beitrag über das indische Essen! Yeah! Gruesse an dieser Stelle besonders an Sascha und Kevin! 🙂

Zunächst einmal sei gesagt: Indisches Essen ist nicht gleich indisches Essen! Genauso wie in den Mentalitäten, geschweige denn bei den Sprachen (darüber werden wir auch bald mal berichten…), gibt es enorme Unterschiede zwischen den Gerichten…insbesondere zwischen Nord- und Südindien. Da wir momentan im Bundesstaat Tamil Nadu, Südindien sind, können wir euch erst einmal nur von dem Essen hier berichten. Weitere Beiträge folgen also hoffentlich bald zum allseits beliebten Thema ‚Speisen und Getränke‘ 😉

Start in den Tag

Der Tag beginnt mit einem guten südindischen Frühstück! Das beinhaltet im Sueden meistens Idli oder Dosa mit einer Auswahl von 1-3 Soßen: Sambar, Chutney und/oder Pickles. Idli sind sowas wie dampfgegarte Brötchen aus Reismehl. Dosa sind große knusprige hauchdünne Crêpe. Lecker!!! Die Soßen sind immer herzhaft-scharf. Traditionell gibt es kein süßes Frühstück. Aber keine Panik! Man bekommt hier auch ganz normal Toast, Marmelade und Omlett. Haferflocken gibt’s auch manchmal. Bei RIDE bekommen wir immer drei Mahlzeiten am Tag und unsere Gastmutti Britto sorgt stets für Abwechslung 😉 Manchmal macht sie uns auch French Toast, den sie hier Bombay Toast nennt. Markus ist ein Fan davon. Anja mag eher Idli und Dosa…und dann gern auch mit Marmelade oooder mal Nutella (jawoll, uns geht’s also richtig gut beim Thema Essen). 😉

Vormittags und Nachmittags bekommen wir unsere tägliche Dosis Chai-Tee und Kaffee. Chai bekommt man an jeder Ecke, zu jeder Tageszeit. Ein Schwarztee aufgebrüht mit allerhand Gewürzen und gemischt mit Milch und Zucker. Filterkaffee gibt’s hier nicht. Aber mit dem löslichen Kaffee kocht unsere ‚Mutti‘ trotzdem immer guten Milchkaffee, mit einer Spur Kadamon.

Mahlzeit!

Das Mittagessen beinhaltet ’normalerweise‘ immer Reis. Nudeln gibt es hier übrigens nur, wenn man chinesisch bestellt… 😉 In den Restaurants bekommt man zu Mittagszeit oft das s.g. ‚Tali‘-Menü: ein großes Tablett mit vielen Vertiefungen. Für allerhand Sößchen, Chutneys, Relishs und ganz wichtig Sambar (gabs schon zum Fühstück). Sambar ist eine Art eingekochte Gemüße-Suppe-Brühe-Soße. Also recht flüssig, mit Gemüsestücken. Und Gewürzen natürlich. Das gießt man sich über den Reis, vermengt das ganze nach Belieben noch mit Chutney oder Beilagengemüse und ab in den Mund. Gegessen wird taditionell mit der rechten (!) Hand. Dazu gibt’s was zum Knuspern: Papadam fehlt Mittags eigentlich nie. Manchmal wird das Essen auch auf einem Bananenblatt seviert. Dieses soll besonderen Respekt gegenüber den Gästen ausdruecken…

Masala Spice

Das Abendessen gestaltet sich wieder als recht abwechslungsreich. Manchmal gibt es auch Dosa, Idli oder Reis. Oder eine der vielen anderen veschiedenen Fladenbrot-Vaianten: Puri, Roti, Chappatti… zusammen mit Masala (sowas wie Eintopf mit zich Gewuerzen), Sambar, Curry, Beilagengemüse.

Das beliebte Naan-Brot, was ihr vielleicht aus indischen Restauants kennt, gibt es in Südindien eher selten. Das wird eigentlich im s.g. Tandoori-Ofen gebacken, eher in Zental/Nordindien. Auch Dhal, die Linsensuppe gibts hier nicht. Man sollte also mal in Deutschland ein Südindisches Restauant aufmachen… 😉

Zu jeder Mahlzeit bekommen wir bei ‚Mutti‘ auch was frisches. Obst wie Bananan, Papaya, Mango (die Mangozeit ist jetzt leider zu Ende), Ganatapfel (die Saison beginnt gerade) oder Guaven… Frisches Gemuese, so wie wir es im Salat kennen, gibt es kaum. Eher mal ne Gurke. Aber sonst…kleingekochtes Gemuese.

Baeckereien und Suesses gibt es auch. Aber wie wir bereits von unserer lieben Freundin Kumuda wissen, moegen’s die Inder hier recht suess 😉

Einen Lassi, bitte!

In Sachen Getraenke habe ich ja schon den Chai genannt. Ansonsten ist noch der s.g. Lassi typisch indisch, ein Getraenk aus Joghurt-Buttermilch, oft durchgemixt mit Mango, Papaya, Ananas… Einfach lecker! Und ne halbe Mahlzeit. Ein Sattmacher ist auch der Mango-Saft namens Maaza (gehoert dem CocaCola Imperium). Aber schaut nicht auf den Zuckergehalt! Erfrischend ist die Lime-Soda, einfach ne kleine Limette, Zucker (oder Salz), Sprudelwasser. Ansonsten gibt es ueberall Obst/Saft-Staende, von denen man frisch gepressten Saft kaufen kann.

Biermaessig (jaa, das interessiert den Deutschen!) gibt’s hier n paar nette Kreationen. Klassich ueberall in Indien erhaeltlich ist Kingfisher Beer. Kingfisher ist ein Multikonzern, u.a. gehoert denen auch eine Fluglienie. Leider bekommen wir hier in Tamil Nadu oft nur die Strong Beer Variante… Dann gibt es noch fesche Biersorten wie British Empire, Vorion Light oder Max Kool. British Empire ist noch das trinkbarste. Wir haben vor kurzem Juergen und Dagmar, zwei Deutsche aus Duesseldorf kennen gelernt. Sie leben und arbeiten seit 6 Jahren nun schon in Indien und haben ein huebsches Anwesen. Juergen will unbeding versuchen Deutsches Bier zu brauen. Wir duerfen also gespannt sein 🙂

Fazit: So scharf iss’es gar nicht!

Nach ueber einem Monat indischer Kueche kann ich euch sagen, dass es gar nicht sooo gefuerchtet scharf ist. Das heisst, jawohl es ist scharf, aber ich hab’s mir schlimmer vorgetstellt. Eigentlich ist es sehr lecker!

Wenn ich euch also jetzt den Mund waessrig geredet habe, dann bleibt gespannt. Demnaechst wird es auch das eine oder andere Rezept aus Britto’s Kueche geben 😉

Alles Liebe & Gruesse an das Deutsche Vollkornbrot!,
Anja & Markus

3 comments
  1. Holger said:

    Hey Anja und Marcus,

    sehr interessant das Thema Essen. An dieser Stelle – welche Rolle spielt in Indien das Fleisch und der Fisch ?
    Ich glaube nicht eine so grosse wie in Deutschland ( ist ja noch Grillsaison ). Sonst macht es schon neugierig.
    Den Inder zu Hause sollte man mal fragen aus welchen Landesteil er kommt – ist ja so ein riesiges Land.
    Danke für den „lecker“ Exkurs. Tschüß, macht weiter so !

    Cella und Holger

  2. kevinfleischer said:

    Och menno… da bekomm ich doch gleich noch mehr Hunger.
    Ich beneide euch echt um die Vielfalt von neuem Essen. Allein was es noch an Früchten zu entdecken gibt.

    Masalle kenne ich, aus Kumudaischer Schule, als kleingeschnittenes Gemüse bestehend z.B. aus Tomaten, Chillies, Zwiebeln und Gurken.
    Gekochtes Gemüse (meist auf Toamten-Zwiebel Basis) hab ich als Curry in Erinnerung.

    Indische Restaurants in Deutschland sind … stark unterschiedlich. Das Mararadsch-Palast in Chemnitz soll wohl ok sein. In München haben wir einige Restaurants durchprobiert. Vor allem das „südindisch“ klingende „Karela“ hatte mit Südindien gar nichts zu tun. Ich glaub die Inder in Deutschland wollens den Deutschen kulinarisch einfach zu Recht machen. Raus kommt dann ein germanisiertes pseudoindisches Essen. 😉 Ein „echter Inder“ der wie zu Hause kocht, würde eine Marktniesche besetzen.

    Gibts irgendwelche Früchte bei euch die es euch besonders angetan haben?
    In Brasilien hatten wie Acai und Guaraná und die hier bekannte Maracuja und Papaja.

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