Bangalore Hyper City

Seit geraumer Zeit (21.09.) haben wir nun schon Bangalore verlassen und es wird Zeit über unsere schönen Tage dort noch einmal zu berichten. Ich war ja bereits 2007 dort gewesen für ein 6-monatiges Praktikum bei der Firma „Dexcel Electronics Designs„. Es war also sehr spannend, wieder zurückzukehren.

Die Preise für eine Unterkunft in Bangalore sind in den letzten Jahren stark gestiegen. Also probierten wir kurzehand Couchsurfing aus – eine gute Entscheidung. Im Stadtteil „Cooketown“ haben wir bei Maryam und Vladimir eine schöne Zeit verbracht. Maryam ist philippinisch/iranischer Abstammung und im Iran/Kanada/Hawaii/USA aufgewachsen. Ihr Mann Vladimir stammt aus Russland und hat in den USA studiert. Das bietet natürlich viel Spielraum für interessante Gespräche. Auf der Dachterasse wird 3x die Woche ein von Mayam organisierter Yoga-Kurs abgehalten. Glücklich nahmen wir das Angebot an, uns spontan für 2 Einheiten anzuschließen. Aum!

Am ersten Abend sind wir zusammen auf einen Flohmarkt gefahren. Dort gabs jede Menge Kunsthandwerk für die Mädels, Budweiser Bier für die Jungs und sehr viele westliche gekleidete Inder und Ausländer. Ein Kulturschock. Früh morgens standen wir noch im ländlichen Kanchipuram und nun plötzlich in Bangalore, der mit Abstand kosmopolitischsten Stadt die wir bisher in Indien bereist haben. Als Silicon-Valley von Asien zieht es eine große Heerschar von internationalen Firmen an und das sieht man auch im Stadtbild. Bangalore ist außerdem im ganzen Land bekannt für sein angenehmes Klima. Der Monsun fällt hier nur sehr schwach aus und die Temperaturen steigen selten über 35°.

Die folgenden 3 Tage waren durchgeplant. Ich wollte meine alte Firma unbedingt besuchen und mich vielleicht auch zum Abendessen noch mit alten Kollegen treffen. Die Familie von unserer Freundin Kumuda (alle, die auf unserer Abschiedsfeier im Alaunpark da waren, werden sie kennengelernt haben) lebt außerdem in Bangalore und so wollten wir uns dort natürlich auch blicken lassen.

Der erste Bangalore-Tag stand ganz im Zeichen von Dexcel und meiner alten Wohnumgebung. Zuerst haben wir in meiner alten WG vorbeigeschaut. Die Wohnung ist mittlerweile als Büro umgebaut worden und war zufälligerweise auch offen.

Ein paar Dinge wie die Couch, Fernseher und Kücheneinrichtung sind noch genauso gewesen, wie wir’s damals verlassen haben… Danach ging’s zu Dexcel und das war schon sehr spannend – zumindest für mich. Die Firma hat mittlerweile auf 2 Stockwerke expandiert und viele alte Gesichter verloren aber auch neue bekommen. Es war ein schönes Wiedersehen, zumal wir dort sogar fast unangekündigt aufgetaucht sind. Nach dem Mittagessen mit dem Dexcel Chef und 2 anderen Kollegen haben wir uns auf nach „New Thippasandra“ gemacht, der Stadtteil in dem ich in meiner Anfangszeit in Bangalore gewohnt habe. So konnte ich Anja auch gleich mal meinen alten Arbeitsweg zeigen. Den Nachmittag haben wir dann auf der Dachterasse des Goethe-Institutes bei Filterkaffee und Schokokuchen ausklingen lassen bevor uns dann Ravinder (Marketing-Chef von Dexcel) zum Abendessen abgeholt hat. Bei ihm zu Hause haben wir mit seiner Frau zusammen einen schönen Abend bei indischer „Hausmannskost“ verbracht.

Den zweiten Tag in Bangalore haben wir mehr oder weniger mit Yoga, bisschen Shopping (muss man ja nutzen wenn man schon mal in so einer Stadt ist) und dem Ausprobieren der neuen Metro von Bangalore verbracht. Die Metro ist vor ca. 1 Jahr erst fertiggestellt worden, entspricht absolut dem Stand der Technik und ist in der Form die erste in Indien überhaupt. Das Ganze ist vielleicht vergleichbar mit dem Skytrain in Bangkok. Bis jetzt ist jedoch nur ein kleiner Teil des geplanten Netzes freigegeben. Die Bahn soll in Zukunft sowohl über- als auch unterirdisch unterwegs sein. Am Abend waren wir dann bei Amit (dem Dexcel Chef) zum Abendessen eingeladen. Vorher wollte er uns aber unbedingt noch eine kleine Brauerei zeigen, die kürzlich erst aufgemacht hat und Bier nach deutschem Reinheitsgebot braut. Das Bier hat jedenfalls geschmeckt (wir sind ja nicht unbedingt die Bierkenner) und die Atmosphäre war tatsächlich wie in einem deutschen Brauhaus. Danach fuhren wir zum Abendessen zu seiner Familie nach Hause.

Tagsdarauf, hatten wir uns dann mit Kumudas Vater, Rajamani, verabredet. Geplant war der Besuch des Bhannergatta Zoos sowie ein gemeinsames Abendessen mit ihm und Kumudas Schwager Balu. Rajamani hatte alles super geplant und sogar eigens ein Taxi für unsere Ausfahrt organsiert. Im Bhannergatta Zoo haben wir dann eine sogenannte „Safari“ gemacht. Man kann sich den Safari-Teil des Zoos als eine Ansammlung von großen umzäunten und separierten Flächen vorstellen. Innerhalb dieser großen Gehege können sich die Tiere frei bewegen. Und als „Safari-Tourist“ bewegt man sich in einem vergitterten Bus. Gesehen haben wir dort verschiedene Arten von gehörnten Wiltieren, Lippenbären, Löwen und Tiger. Wir hatten Glück und fuhren wirklich nur wenige Meter direkt an den Tieren vorbei und konnten sie bestaunen. Neben dem Safari-Teil gibt es auch noch einen „klassischen“ Zoo den wir uns dann auch noch angeschaut haben. Abends hat uns Balu alle ins schicke Chancery Hotel zum Abendessen eingeladen. Das Restauant entpuppte sich zu unserer Unkenntnis recht schnell als ein „Viel“-Sterne Hotel und wir fühlten uns ziemlich „underdressed“. Kumuda’s Schwager Balu meinte jedoch recht locker: „That’s just cool. You are tourists.“. Wir hatten einen sehr schönen Abend mit interessanten Gesprächen. Balu war früher Marketing-Manager und war viel unterwegs. Er hat uns viel von seiner Zeit in Singapur berichtet und davon geschwärmt. Wir sind schon ziemlich gespannt darauf wie uns die Stadt wohl gefallen wird.

Jaaa, das waren unsere Tage in Bangalore. Eigentlich wollte ich gar nicht so ausführlich werden aber ihr seht – wir haben echt viel erlebt. Umso entspannter waren dann unsere 4 darauffolgenden Tage in Goa… Es war einfach sehr schön wieder zurückzukehren nach Bangalore und so viele alte und neue Bekannte wiederzusehen. Für die ausgesprochene Gastfreundschaft, die uns von allen Seiten entgegengebracht wurde, sind wir von Herzen dankbar. Wir hoffen wir können uns irgendwann einmal in Deutschland dafür revanchieren.

Viele Grüße aus der weiten Welt,
Markus

3 comments
  1. Wolfgang said:

    Wieder mal ein schöner und emotionaler Reisebericht von euch.Es ist immer toll, alte Bekannte wieder zu treffen.Auch die Fotos sind sehr gut getroffen. Beim Lesen kommen richtige Urlaubsgefühle auf.Macht weiter so!!!!!!!!!!
    Euch eine schöne Zeit wünschen Conny und Wolfgang.

  2. Felix said:

    mensch.. was ihr erlebt. und wirklich toll geschrieben. emotional triffts. das steckt an. macht großen spaß zu lesen 🙂
    viele grüße aus dem herbstlichen dresden. felix.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.