Bye bye, Bianka! | Bye bye, Thailand!

AyutthayaNach 3 1/2 Wochen hieß es Abschied nehmen von unserer Freundin Bianka, die sich traute, uns besuchen zu kommen und ihren Jahresurlaub mit uns in Thailand verbrachte. Wir hatten eine sehr ereignisreiche Zeit und hoffen, dass es Bianka genauso spannend fand, wie wir.

Die ersten Tage zu Dritt verbachten wir im Großstadtgetümmel Bangkoks, zwischen den glitzernden Wats am Königspalast („Wat“ ist die Thai-Bezeichnung für Tempel) und ebenso glitzernden Shoppingsmalls am Siam Square, zwischen Skytrain und Expressboot (dem ohnehin schnellsten öffentlichen Verkehrsmittel in der Stadt), zwischen der von Touristen überlaufenen Kao San Road und einem Ausflug auf die verschlafene Flussinsel Ko Kret.

Danach ging es in die alte Hauptstadt Ayutthaya, nördlich von Bangkok. Schnell wurde uns klar, dass man beim Reisen flexibel bleiben muss, und so verbrachten wir Silvester hier und entschieden uns nicht, wie ursprünglich angedacht, in den Norden Thailands zu ziehen, sondern bevorzugten es, den ‚wilden Westen‘ um Kanchanaburi zu erkunden. Hier waren die Entfernungen nicht so weit, was angesichts der knappen Zeit nur von Vorteil sein konnte.

Kanchanaburi spielte eine Hauptrolle währen des Zweiten Weltkrieges im Pazifik-Raum. Hier war der Beginn der s.g. Death Railway, die die japanischen Besatzer in Richtung Birma, mitten durch unwegsamen Dschungel und Gebirge bauen ließ. Zum Einsatz kamen dabei Kriegsgefangene, v.a. aus A, UK,NL, USA sowie Südostasien. Während wir die Landschaft auf dem Rad erkundeten und die berühmte Brücke am Kwai sowie die Friedhöfe der Kriegsgefangenen und das dazugehörige Museum besuchten, erfuhren wir wahnsinnig viel über die Geschichte in Südostasien. Neben Geschichte punktet die Gegend hier auch durch ihre Naturschauspiele, wie etwa den Erawan-Wasserfällen.

Bianka war alsbald ‚reif für die Insel‘ und sie machte sich über BKK auf den Weg nach Ko Chang, einem paradiesischen Eiland („wie im Katalog“) im äußersten Südosten Thailands, an der Grenze zu Kambodscha. Markus und Anja zog es noch ein bisschen in die Berge, hinauf an die birmesische Grenze im Westen, nach Sangkhlaburi. Ganz in der Nähe verlief damals die Death Railway, bis zum s.g. Three-Pagoda-Pass, der auch heute noch die Grenze zwischen Thailand und dem heutigen Myanmar (ehemals Birma) markiert.

Sangkhlaburi ist ein beschaulicher Ort, zu dem es noch weniger Touristen schaffen, als nach Kanchanaburi. Hier leben aber viele Angehörige des Mon-Volkes, welche unter der Militärdiktatur Myanmars die Flucht in das thailändische Nachbarland wagten. Hier werden die Mon geduldet, haben aber nur wenige Rechte. Ein paar Organisationen (NGOs) unterstützen die Bevölkerung deshalb. In Sangkhlaburi fühlt man auf jeden Falls schon die Atmosphere Birmas: Die Menschen tragen den traditionellen Longi und cremen sich mit Sandelholzpaste zum Schutz vor Sonne und Moskitos ein. Wir nächtigten übrigens im Burmese Inn.

Mitten durch die Ansiedlung macht sich ein riesiger Stausee breit. Ihm musste nicht nur die alte Eisenbahntrasse, sondern auch das alte Sangkhlaburi weichen. Wir liehen uns ein Kanu aus und paddelten in sengender Hitze bis zu einem versunkenen Tempel, der zur Trockenzeit aus dem Wasser ragt. Bei uns schaute nur der obere Teil des Gebäudes raus. Ein schwimmender kleiner Tempel auf einem Bambusfloß daneben markiert, dass diese Stelle immer noch heilig ist.

Nach ein paar Tagen traten wir dann die abenteuerliche Reise von West- nach Ostthailand per Bus, Zug, Boot und Taxi Richtung Ko Chang an. Diese Episode verdient allein schon einen eigenen Blogbeitrag… Wir beschlossen, noch etwas Zeit in der Provinzhauptstadt Trat zu verbringen. Für die meisten Touristen ist sie ’nur‘ der Ausgangspunkt zu den Fähren auf die Inseln Ko Chang & Co bzw. nach Kambodscha. Aber wir hörten, dass die beschauliche Kleinstadt einen Besuch wert sei. Und das war sie auch, insbesondere der Nightmarket (mit dem für uns bis dato besten Angebot an Thai-Leckereien!) sowie die romantischen Teakhäuser in der ruhigen Altstadt haben es uns angetan. Hinzu kam das gemütliche Ambiente im Ban Jaidee Guesthouse.

Mit der Fähre ging es dann endlich nach Ko Chang, wo wir am Abend vom glutrotem Sonnenuntergang erst einmal geplättet waren. Bei gegrilltem Red Snapper in einer Art Baumhaus-Restauant und mit Blick auf das Meer ließen wir den Tag wiedervereint mit Bianka ausklingen. Ko Chang kann Pauschaltourismus und Touri-Blase par excellence sein – muss es aber nicht, wie wir festgestellt haben. Unsere Tage vergingen wie im Flug beim (klar) Baden im türkisblauen Meer, Schnorcheln mit unzähligen bunten Fischen im Korallenriff vor den Inseln, Kochkurs und der Einweihung in die Geheimnisse thailändischer Küche, Abhängen am Party-Strand (der ironischerweise ‚Lonely Beach‘ heißt) sowie Erkundung der Insel (und ihrer seeeehr serpentinenreichen Ringstraße) auf dem Moped.

Und nun waren plötzlich 3 1/2 Wochen um. Bianka musste sich auf den Rückweg nach Bangkok und zum Flughafen machen und wir beschlossen, wo wir doch nun schon in Grenznähe waren, den Schritt nach Kambodscha zu wagen. Uns sollte uns zwar eine ähnliche Kultur, aber wieder ein komplett anderes Land erwarten. Allein unser Grenzübertritt bei Hat Lek / Koh Kong ist eine eigene Geschichte und wird in einem der nächsten Blogbeitraege erzählt…

Hier bekommt ihr zunächst einmal ein paar Eindrücke aus Thailand zu sehen. Da unsere Eltern uns im Februar in Thailand besuchen (BKK und Ko Samui), möchten wir insbesondere ihnen schonmal einen Vorgeschmack auf das Land geben.

5 comments
  1. Lars said:

    Irgendwie habt ihr unsere Reiseroute kopiert 😉 Bangkok, Ayhtthaya, Kanchanaburi, Sangkhlaburi, Trat, Ko Chang … aber ist schön das zu lesen, kann mir genau vorstellen was ihr gesehen habt. Wir haben damals auch eine Nacht im Burmese Inn verbracht hehe … viel Spass jetzt im Kambodscha. Angkor Wat ist ein Muss und Phnom Penh zwar nicht schön, aber geschichtlich sehr interessant (Rote Khmer). Lasst es Euch gut gehen.

    Grüße,

    Lars

  2. Liebe Anja und lieber Markus,

    ganz liebe Grüsse aus Ostsachsen!!! Extrem viel Gesundheit und ne Menge Spaß wünschen Euch Anja und René. Ihr habt hier einen spitzen Blog hingelegt mit sehr schönen Berichten und Impressionen. Man kann hier alles fast hautnah miterleben. Sehr schön! Haben vor kurzen auch Eure liebe Karte bekommen. Danke nochmal :O)
    Ihr macht’s richtig! Geht weiter, lernt neue Kulturen und Sichtweisen kennen, bleibt dort länger, wo Euer Herz höher schlägt, haltet inne da wo Ihr Euch wohlfühlt.
    Kommen gerade von einer Woche Winterurlaub Österreich wieder…..das ist im Verhältnis zu Euren Bergen wie ein Urlaub an der Ostsee oder so….:O)

    Extrem liebe Grüße von Anja und René

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