Welcome to (S)CAMBODIA

IMG_8839Nachdem wir nun mittlerweile schon wieder fast 2 Wochen in Kambodscha sind, möchten wir dennoch gern ein paar Zeilen über unsere Grenzüberquerung von Thailand aus loswerden. Im Vorfeld hatten wir uns relativ gut über einschlägige Internetforen informiert und wussten zumindest so ungefähr was auf uns zukommt. Grenzübergänge zwischen Thailand und Kambodscha sind berüchtigt für ihre vielerlei Arten Touristen abzuzocken (Border-Scam).

 

Nach Koh Chang ging es also mit der Fähre wieder auf’s Festland nach Trat und von dort mit einem Minibus an die Grenze. Die Fahrt war sehr angenehm und wir wurden noch nicht mal beim Ticketkauf versucht über den Tisch gezogen zu werden. Angekommen an der Grenze passierten wir relativ stressfrei die thailändische Seite und bekamen unseren Ausreisestempel verpasst. Soweit so gut. Wenige Meter weiter wartete die kambodschanische Immigration auf uns. Zunächst sollten wir an einem s.g. „Gesundheitscheck“ teilnehmen um nachzuweisen, dass wir auch „gesund“ genug sind um nach Kambodscha einreisen zu dürfen. Es wurde kurz mit einem berührungslosen Sensor die Körpertemperatur gecheckt und dann bekam man einen gelben Wisch ausgestellt. Mir kam das ganze schon komisch vor und als man dann auch noch 20 Baht für jeden von uns verlangte klingelten bereits alle Alarmglocken bei mir. Das war also schon mal der 1. Border-Scam. Ruhig aber bestimmt erklärten wir, dass wir hier gar nichts bezahlen werden. Wir gingen einfach weiter und verneinten auch beim zweitmaligen Nachfragen die Zahlung. Dann ließen die Herren ab von uns. Puh…erste Hürde geschafft. Hierbei sei zu sagen, dass 20 Baht nur ca. 50 Cent entspricht aber wir hatten uns ersthaft vorgenommen keinen Cent zuviel in die korrupten Taschen der kambodschanischen Grenzbeamten zu stecken. Weiter ging’s an den Visa-Schalter. Wir haben schon vorher gehört, dass versucht wird unter Umständen knapp 40 Dollar pro Person zu kassieren obwohl laut den offiziellen Angaben des Tourismus-Ministeriums das Visum nur mit 20 Dollar zu Buche schlägt. Diesen Auszug hatten wir im Vorfeld auch glücklicherweise auf Anja’s Handy kopiert. Bei uns wollte man sich zunächst mit 33 Dollar pro Person zu Frieden geben, aber wir wollten ja keinen Cent zu viel bezahlen. Also haben wir einfach bisschen auf Zeit gespielt. Übrigens ist es wesentlich günstiger an der Grenze mit US-Dollar zu bezahlen als mit thailändischen Baht. Die hatten wir uns vorher in waiser Vorraussicht noch in Trat versorgt. Wir holten also Anja’s Handy raus zeigten den Grenzbeamten, dass der offizielle Satz 20 Dollar wäre und wir nicht gewillt sind mehr zu bezahlen. Nach 10 Minuten Wartezeit waren wir dann schon bei 25 Dollar pro Person angelangt aber wir haben uns immer noch stur gestellt – wenn man schon beim verhandeln ist kann man auch noch eine Weile spielen. Wieder gingen 10 Minuten ins Land und eine freundliche Frau kam und schlug uns dann 20 Dollar pro Person vor, plus 5 Dollar Bearbeitungsgebühr. Mit einem Lächeln auf den Lippen begründete sie die 5 Dollar damit, dass sie sich doch heute noch etwas zu essen kaufen müsste. Spätestens hier war uns dann beiden klar, dass wir nicht mehr als die 40 Dollar gemeinsam auf den Tisch legen werden. Wieder 10 Minuten später hatten wir eben genau für dieses Geld unser Visum in der Tasche. Mit frischem Visum gings dann zum nächsten Schalter wo wir dann auch die endgültig letzten Stempel in unseren Reisepass bekamen.

Nächster Schritt war dann die 12 Kilometer zum ersten kambodschanischen Ort (Koh Kong) zu kommen. Natürlich stand schon eine ganze Armada Tuk-Tuk- und Motorradtaxifahrer für uns bereit die uns zu völlig überteuerten Preisen weiterfahren wollten. Wieder hat sich eine Regel bestätigt – Taxi, Tuk-Tuk, Rikschafahrer an Grenzübergängen, Flughäfen oder Bushaltestellen sind die schlimmsten ihrer Art. Nach zähem Verhandeln haben wir aber dann doch noch einen halbwegs fairen Preis bekommen und mit 2 Motorrädern ging es dann los. Auf dem Weg war eine 12 km lange Brücke zu überqueren für die Maut gezahlt werden musste. Obwohl wir vorher ausgemacht hatten, dass diese Maut im Fahrpreis bereits drin ist, ließen unsere Fahrer dennoch die Gelegenheit nicht aus uns darum zu bitten die Maut doch zu zahlen. Das verneinten wir bestimmt und damit war es gut. Kurz vor der Ankunft in Koh Kong fragten die beiden dann in welches Guesthouse wir denn wollten. Das war schon wieder die nächste Falle. Lässt man sich auf so was ein bekommt der Fahrer vom Guesthouse eine Kommission gezahlt und diese zahlt man natürlich am Ende selbst beim Preis für das Hotelzimmer drauf. Also haben wir uns einfach am anderen Ende der Brücke absetzen lassen. Dieses Stück war dann auch Gott sei Dank wieder in der Karte unseres Reiseführer verzeichnet, so dass wir uns ab da wieder selber orientieren konnten.

Sollten wir Länder, die uns in dieser Art „Willkommen“ heißen, vielleicht in Zukunft doch lieber meiden? Nach den ersten Stunden im Land konnten wir die Antwort mit „Nein“ beantworten. Uns empfing das herzliche Lächeln Kamboschas. Blieben die Touristen fern, es würde die Falschen treffen.

Abschließend sei zum Thema Grenzübertritt gesagt: Bringt Geduld und Nerven mit – es lohnt sich.

6 comments
  1. Stefan Kampe said:

    Vielleicht solltet ihr den Beruf wechseln so abgezockt wie ihr seid! LG von ums Drei

  2. Lars said:

    Die Grenze zwischen Kambodscha und Thailand hat es echt in sich. Wir sind damals zum Glück nach Kambodscha geflogen und mussten nur bei der Ausreise die ländliche Grenze überqueren. Auch da wurde versucht uns schon auf kambodschanischer Seite einen überteuerten Transport in Thailand zu vermitteln. Insgesamt ist es natürlich einfacher auszureisen als einzureisen. Aber es ist schon schlimm, gerade die Grenze die wir benutzt haben (bei Aranya Prathet), die ganzen „bus companies“ sprechen sich alle ab und verlangen astronomisch hohe Preise für den Transport von der Grenze nach Phnom Pehn oder Siem Reap. Und die Taxi- und Tuktukfahrer sind sowieso immer mit von der Partie wenn es um Abzocke geht … naja is eben so, wenn mans einmal weiss und bisschen Erfahrung damit hat, kann das Ganze auch lustig sein finde ich. Hartnäckigkeit zahlt sich aus 😉 Gut gemacht!!!

  3. die wg-trine said:

    ihr zwei habt ja nerven aus drahtseilen 🙂
    euch eine super schöne zeit in kambotscha mit vielen tollen menschen und einer wahnsinns landschaft!
    *fühlt euch gedrückt*

  4. Belen said:

    We send you greetings from Spain. It is so great seeing your blog, it makes me feel still like in the move! I was actually finishing our blog with some more picture from Nepal and I remembered when we went to the cinema in Manang. LOL. Anyways, we are already living in our new house in Santiago de Compostela, started working again and back to normal life. When are you going to Taiwan? Our best wishes for the rest of the trip and take care!

  5. Felix said:

    hej ihr zwei. schön von euch zu lesen. wirklich hartnäckig und gut informiert. ich bin stolz auf euch. das erinnert mich an den skibus.
    PS: morgen bring ich euch mal auf den neusten stand. versprochen.

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