Tausche Buddha gegen Allah – von Thailand nach Malaysia auf dem Landweg

DSC_1265Seit 3 Wochen sind wir nun schon in Malaysia und so langsam wird es Zeit, ein wenig über das Land zu berichten. Nachdem wir unsere Eltern auf Koh Samui verabschiedet haben, führte uns der Weg direkt an die Westküste im Süden Thailands. Da wir nur noch 2 Tage ein gültiges Visum hatten, mussten wir die relativ große Strecke dann auch in einem sehr langen Reisetag zurücklegen. Aber Thailand’s privaten Busgesellschaften haben natürlich auch an solche Fälle gedacht. So sind wir mit einem Fähre-Bus(se)-Komplettpaket direkt von Koh Samui nach Satun gefahren. Hier verbrachten wir nur eine Nacht, dann ging es schon am nächsten Morgen mit der Fähre auf die malaysische Insel Langkawi.

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Der Grenzübertritt war völlig unkompliziert und wir bekamen direkt ein 3-Monatsvisum, ohne irgendwelche zusätzlichen Kosten, ausgestellt. Auf Langkawi haben wir dann insgesamt 4 Nächte verbracht und die Insel zum Großteil per Moped erkundet. Leider fehlte hier jeglicher öffentlicher Personennahverkehr. Die Insel an sich ist nur die Hauptinsel eines 99 Inseln umfassenden Archipels. Bei Mopedfahrten entlang der Küste, dem Besuch einsamer Strände, einer Bootstour durch die Mangroven oder der Gondelfahrt hinauf zum Gunung Mat Chinchang (700m ü. NN) kann man somit immer wieder kleine vorgelagerte Inseln sehen. Langkawi heißt übrigens frei übersetzt „rot-brauner Adler“ – das hießige Nationaltier. Den haben wir auf unseren Streifzügen über die Insel auch sehr häufig gesehen. Mit dem s.g. „Eagle Square“ – einer übergroßen Adlerfigur – hat man dem Namensgeber ein Denkmal gesetzt, welches jeden Besucher, der per Fähre anreist, direkt begrüßt. Langkawi ist vor allem bei indischen Honeymoonern und Touristen aus den Golfstaaten sehr beliebt – sicherlich weil Malaysia auch ein muslimisches Land ist. Das erkennt man schon in erster Linie daran, dass 99% der Frauen hier ein Kopftuch tragen und den ganzen Tag über der Muezzin regelmäßig zum Gebet ruft. Was uns relativ schnell auffiel ist, dass die Verständigung auf Englisch zu unserem Erstaunen hier wesentlich besser funktioniert als in Thailand – dem Touristenland Südostasiens schlechthin! Einer der möglichen Gründe: Malaysia war lange Zeit britische Kolonie. Was die Reisekosten anbelangt so haben wir das Gefühl, dass Malaysia ein wenig teurer als Thailand ist. Die ersten Nächte haben wir für rund 10 Euro ein Guesthouse bewohnt und das war schon das günstigste was man finden konnte.

Unser nächster Stopp führte uns per Fähre die Westküste Malaysia’s entlang auf die Insel Penang. Hier bekommt man besonders deutlich zu spüren, dass Malaysia ein großer Schmelztiegel verschiedener Kulturen ist. Malaien, Chinesen und Inder leben hier auf engstem Raum nebeneinander. Viele Inder kamen durch die britischen Kolonialherren ins Land, um auf den Kautschuk, Tee- und Gemüseplantagen zu arbeiten. Chinesen betrieben seit jeher regen Handel mit Südostasien und so dominieren sie auch heute noch die malaysische Wirtschaft. Beim Gang durch einen Hindutempel in Georgetown (der Hauptstadt von Penang) kann es schon mal vorkommen, dass in der Nachbarschaft der Muezzin zum Gebet ruft und der Räucherstäbchenduft aus dem chinesischen Tempel nebenan vorbeiweht. So gibt es in Georgetown ein Little India und ein Chinatown, wo wir auch unser Guesthouse bezogen haben.

Wir erfreuen uns derzeit besonders wieder an der südindischen Küche, die hier sehr verbreitet ist. Aber auch die chinesischen Restaurants haben mit ihren „Hot Pots“ einiges für den Gaumen zu bieten. Die malaiische Küche basiert natürlich wieder im Wesentlichen auf Reis (siehe auch hier) und Nudeln. Das in Deutschland beliebte „Nasi Goreng“ (gebratener Reis) aus der Tiefkühltruhe ist hier sozusagen das Nationalgericht – frisch zubereitet versteht sich. 🙂 Dazu gibts entweder Hühnchen, Fisch oder Seafood. Da Malaysia ein muslimisches Land ist, gibt es zumindest in den malaiischen Restaurants kein Schweinefleisch. Die s.g. „Laksa“ – eine scharf-saure Fischsuppe – ist v.a. auf Penang eine Spezialität, die es an jeder Straßenecke für nen knappen Euro zu haben gibt.

Zunächst erstmal mussten wir uns um unsere elektronischen Geräte kümmern. Unsere Kamera hatte auf Koh Samui leider den Geist aufgegeben (siehe auch hier) und die Tastatur von unserem Netbook ist auch noch so ein Problemfall. Also standen am ersten Tag unseres Aufenthaltes erstmal Besuche beim Canon und Lenovo Support an. In beiden Fällen konnte uns leider nicht direkt geholfen werden aber zumindest wurden Ersatzteile bestellt und die Reparatur in Kuala Lumpur schon mal in Auftrag gegeben. Bereits auf Langkawi haben wir noch ein nettes deutsches Pärchen kennengelernt, mit denen wir uns dann gemeinsam die Stadt angeschaut haben. Die Altstadt von Georgetown ist wirklich sehr gemütlich und der s.g. „Heritage Walk“ führt an vielen historischen Gebäuden vorbei.

An den folgenden beiden Tagen haben wir uns dann wieder ein Moped geliehen und die Insel dann aber auch aus einer anderen Sicht kennengelernt. Penang ist gelinde gesagt ein städteplanerischer Albtraum. Schon wenn man aus der Altstadt Georgetown’s hinausfährt fallen einem sofort riesige Appartment-Betonbauten auf, die ziemlich eintönig und kühl wirken. Auch die meisten größeren Siedlungen der Insel bestechen nicht gerade durch architektonische Meisterleistungen. Überall sieht man riesige Hotelbauten aus den 70er und 80er Jahren, die zum Großteil jetzt ziemlich abgewohnt und morbide wirken. Viele stehen zudem außerhalb der Hochsaison leer. Immerhin ist im Nordwesten der Insel noch ein kleiner Zipfel Nationalpark übrig, den wir auch zu Fuß und Boot erkundet haben. Die Strände Penangs sind außerdem für’s Baden nicht gerade attraktiv, da die Straße von Malaka durch den Schiffsverkehr stark belastet ist. Das spiegelt sich natürlich auch in der Wasserqualität wieder. Ansonsten gibt es auf der Insel noch den üblichen Touristen-Nap: Butterfly-Farm, Tropical-Fruit-Farm, Waldpark, Durian-Farm (Durian = die Stinkefrucht!), Schlangentempel sowie eine Spice Farm. Letztere haben wir uns angeschaut, dank unseres zwar schon in die Jahre gekommenen aber immer noch Eindruck schindenden Studentenausweis, war der Eintritt noch ganz erschwinglich und die Tour über die hiesigen einheimischen Gewürze ganz interessant. Für uns war aber auf der ganzen Insel Penang die Altstadt Georgetowns der eigentliche Höhepunkt. Ansonsten hatte die Insel für uns leider nicht so viel zu bieten, wie der Name (und der Reiseführer) eigentlich verspricht.

Nach insgesamt 5 Nächten haben wir dann Penang wieder gen malaysisches Festland verlassen. Unsere nächste Station waren die Cameron Highlands – ein Hochplateau und ehemalige britische Hillstation in Zentralmalaysia. Über unsere sehr ereignisreiche Woche auf der Organic Farm von Mr. Fung wollen wir euch dann in einem gesonderten Artikel berichten. Ihr dürft gespannt sein und euch auf Bilder von uns beim gärtnern und Beete umgraben freuen! 🙂

1 comment
  1. Holger said:

    Hallo zusammen,

    sehr interessant. Ich merke, Malaysia ist schon etwas anders vom Feeling wie Thailand – sicher auch dem Kulturmix geschuldet. Angesichts unserer Wettertristesse – Frühling hat immer noch nicht geschafft – bin ich ganz begeistert, nach dem duschen vor dem Spiegel die immaginere “ weiße Badehose „, erworben in Tailand, noch zu sehen. Die Kellerbräune hat noch nicht die echte besiegen können ! Na ja, wenn man arbeitet ist zum Glück das Wetter nicht so wichtig und zum Urlaub kann man ja ins Ausland ……. !
    Euch viel Sommer, Sonne, Heiterkeit nun in Singapore wünscht

    Holger u. Cella !

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