Gesund auf Reisen – was muss man für Asien beachten?

IMG_1049Vor längerer Zeit wurde sich mal ein Blogbeitrag über Reisemedizin und Gesundheit gewünscht. Hier nun ein kleiner Artikel, der von unseren Erfahrungen erzählt. Vielleicht ist für den einen oder anderen ein brauchbarer Tipp dabei.

Impfungen und Vorsorge

Bereits ein paar Monate vor Reiseantritt machten wir uns Gedanken über Impfungen, die wir haben sollten. Wir waren hierzu beim Tropenmedizinischen Dienst. Die Beratung kostete 10 Euro, die Kosten für die diversen Impfungen werden seit neuestem von den meisten Krankenkassen übernommen! Selbst die Malariaprophylaxe! Welche Impfungen man schließlich macht, muss jeder selbst entscheiden. Hier scheiden sich ja bekanntlich die Geister… Da wir beide bereits schon mal in den Tropen waren, fiel unser Impfcocktail diesmal etwas geringer aus, da wir z.T. lediglich Auffrischungen benötigten:

  • Hepatitis A + B (sollte jeder haben)
  • Tollwut (wird angeraten, wenn man sich in ländlicheren Regionen aufhalten will; in Indien gibt’s dagegen überall streunende Hunde/Tiere – auch in den größten Megacities)
  • japanische Enzyfallitis (ebenfalls angeraten bei Aufenthalten in remoteren Regionen)
  • Typhus
  • 3fach Impfung (Hausarzt)
  • je nach Reiseland: Gelbfieber, Meningitis (war bei uns noch von unserem Ghana-Trip aktiv)

Hinzu kommen noch Gedanken zur Malariaprophylaxe. Auch hier könnt ihr im Netz diverse Diskussionen verfolgen. Gegen Malaria (und ebenso gegen Dengue-Fieber) gibt es keinen Impfstoff und auch keinen 100%igen Schutz! Man kann die Wahrscheinlichkeit einer Infektion verringern indem man ganz einfach Moskitoschutz für die Haut (und Klamotten) benutzt sowie langärmelige Kleidung in den Morgen- und Abendstunden. Die Sorte Moskitos, die Malaria überträgt, sticht übrigens in der Dämmerung bzw. Nachts – Moskitos, die Dengue übertragen, stechen tagsüber! Anfällig für Moskitostiche sind v.a. die Hautpartien um Knöchel, Knie, Handgelenke und Ellenbogen.

Medikamente, wie Malarone, Lariam oder Doxizyclin, werden täglich bzw. wöchtentlich eingenommen und sollen zusätzlich die Wahrscheinlichkeit für Malaria senken. Da diese Mittel jedoch sehr starke Nebenwirkungen haben können (Stimmungsschwankungen, Halluzinationen, Depression), rate ich persönlich von Einnahme ab, sofern man einen längeren Auslandsaufenthalt (> 4 Wochen) plant. Malarone kann auch als Notfalltherapie eingenommen werden: Bei Anzeichen einer Malariaerkrankung werden 4-6 Tabletten auf einmal eingenommen. Dies überbrückt die Zeit, bis der nächste Arzt aufgesucht werden kann. Übrigens, keine Angst, in den Krankenhäusern der Tropen ist Malaria beinahe Alltag und die Ärzte hier wissen am besten, was zu tun ist (besser als in Dtld.).

Packliste Medipack und Medikamente

Alle Impfungen gut überstanden (Zeit lassen!), dann könnt ihr euch eurem Medipack widmen Insbesondere beim Rucksackreisen zählt ja jedes Gramm Gewicht. Wir raten deshalb, nur eine kleine Notfallapotheke zu packen (und außerdem gibt es natürlich selbst in Entwicklungsländern Pharmazien, in denen man das wichtigste bekommt). Kleine Auswahl gefällig?

  • Verbandszeug (Pflaster, Mullbinden, Tape, ggf. Blasenpflaster)
  • Wunddesinfektion
  • Wundheilsalbe (kleine Verletzungen heilen in den feuchtheißen Tropen nur langsam)
  • Tabletten gegen Reiseübelkeit (v.a. für Bergregionen empfohlen…)
  • Notfallmedikament gegen Durchfall (Immodium, Loperamid)
  • Mittel gegen Durchfall (Kohletabletten, Hefekapseln)
  • Eletrolytepulver (gut bei Durchfall oder bei besonders anstrengenden Aktivitäten, bei denen man viel schwitzt)
  • Schmerztabletten
  • Sonnencreme, natürlich! (Anfangs ruhig zu sehr hohem LSF greifen und wichtig, auch eincremen, wenn der Himmel mal bewölkt ist, den UV-Strahlung kommt trotzdem auf der Haut an!)
  • Anti-Mücken-Mittel, klar! (ggf. auch Spray für die Klamotten)
  • Antitallergensalbe gegen Mückenstiche und andere juckende Stellen und Ausschlag
  • Malariaprophylaxe für den Notfall (Malarone) – haben wir nie benötigt
  • Breitbandantibiotikum für den Notfall (Ciprofloxacin) – haben wir nie benötigt
  • Fieberthermometer
  • Aquatabs o.ä. zur Desinfektion von Trinkwasser
  • ggf. kühlendes Aloe-Vera-Gel bei Sonnenbrand
  • ggf. Ohrentropfen gegen Entzündungen (hervorgerufen z.B. durch Salzwasser)

Achtung, diese Liste ist lediglich eine Aufzählung unseres Medi-Packs und dient nur als Vorschlag. Was jeder letztendlich einpackt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Übrigens muss man nicht alles aus Deutschland mitschleppen. Die meisten rezeptfreien Medikamente kann man in (fas) jeder mehr oder weniger großen Stadt in Asien erwerben.

Abschließend noch ein Wort zu den Aquatabs: Diese gab es problemlos, günstig und in guter Qualität in Nepal zu kaufen (klar, wegen des ganzen Trekking-Tourismus). In Südostasien bekommt man diese Tabletten aber nicht!

Auslandskrankenversicherung

Zur Gesundheitsvorsorge auf Reisen gehört auch eine Versicherung. Hier gibt es große Unterschiede, was Reiseland, Reisedauer, Versicherungsfälle und Selbstbeteiligung betrifft. Also genug Zeit bei der Wahl nehmen!

Noch eine Notiz für alle, die länger im Ausland als die herkömmlichen zwei…drei Wochen Urlaubsdauer bleiben und sich dafür von ihrem Job bzw. bei der Arbeitsagentur für Arbeit abmelden: Wer in Dtld. gesetzlich krankenversichert ist, der wird mit der Abmeldung beim A-Amt auch automatisch bei seiner Krankenversicherung abgemeldet. Ein Auslandsversicherungsschutz ist hier besonders wichtig, wenn man irgendwann einmal wieder nach Dtld. zurück möchte. Die Krankenversicherung will dann nämlich einen Nachweis sehen, dass man während seiner Abwesenheit adäquat versichert war.

Klima- und Ernährungsumstellung

Die ersten Wochen im neuen Land sind besonders aufregend, zum Teil auch aufreibend. Kulturschock eben. Heißes Klima, neues Essen, … Daran muss man sich erst einmal gewöhnen und jeder sollte sich die Zeit dafür geben. Wir haben die ersten beiden Monate ja mehr oder weniger an einem Ort bei einer NGO in Südindien verbracht, mit guter ‚Hausmannskost‘. Das war für uns einfach perfekt, den den typischen Reisedurchfall konnten wir so umgehen. Noch ein paar weitere Ratschläge:

  • Zunächst nur abgepacktes Wasser aus der Flasche trinken. Nach ein paar Tagen kann man dann ggf. auch auf abgekochtes bzw. desifiziertes Wasser zurückgreifen (Aquatabs mitnehmen).
  • Streetfood vorerst meiden. Man nascht hier schnell mehr, als der eigene Magen verträgt. Der muss sich erst einmal langsam an neue Gewürze, Schärfe und Geschmack gewöhnen.
  • Natürlich immer Hände waschen vor dem Essen und ggf. ein Desinfektionsgel in der Hosentasche dabei haben.
  • In die Lokale essen gehen, wo viele Gäste (und Locals) sitzen. Schließlich scheint es da zu schmecken.
  • Langsam ans Klima gewöhnen und sich die ersten Tage nicht zuviel zumuten, wenn möglich.
  • Wer hoch hinaus ins Gebirge will, an die Akklimatisierung denken (ab 3.500m NN).
  • Wer dagegen Tauchen möchte, sollte dies nicht mit geschwollenen Schleimhäuten (Erkältung) tun (wegen umgekehrten Druckausgleich).
  • Das Salzwasser in den Korallenriffen enthält viele Schwebstoffe und Bakterien. Deshalb nach jedem Planschen im Meer mit Süßwasser abspülen, besonders die Ohren! (Und nichts ins Korallenwasser pinkeln…) Im schlimmsten Fall drohen böse Entzündungen.

Ansonsten gilt einfach: Nicht soviel über Krankheit nachdenken, sondern lieber den Augenblick genießen!

3 comments
  1. kevinfleischer said:

    Danke für den Artikel.
    Wieviel Zeit braucht man denn zu aklimatisieren (auch Magen mäßig)? Ich peile ja an – einmal mehr – diesen Dezember/Januar nach Indien zu fliegen und 4-6Wochen dort Urlaub zu machen.

  2. Lars said:

    also ich würde sagen so 4-6 wochen 🙂

  3. Lol. Na ja, das kann man natürlich nicht so pauschal sagen. Wir hatten erstaunlicherweise überhaupt keine Probleme in Indien und auch sonst sind wir bisher magentechnisch super durchgekommen. In Indien hatten wir aber auch den Vorteil 2 Monate lang von unserer Gastfamilie mit Hausmannskost bekocht zu werden.

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