Das Souvenir #2 / Sarawak-Pfeffer und Reisetipps aus Kuching

oder: Was hat das alles mit Katzen zu tun?

Heute gibt’s einen kleinen Ausflug nach Borneo, genauer gesagt in die Stadt Kuching, wo wir diesen formschönen Pfefferstreuer erstanden haben. Dahinter verbirgt sich natürlich wieder eine kleine Geschichte.

Souvenir aus Kuching: Sarawak-Pfeffer und Katzen-Pfefferstreuer

Souvenir aus Kuching: Sarawak-Pfeffer und Katzen-Pfefferstreuer

Borneo ist die drittgrößte Insel der Welt (nach Grönland und Neuguinea) und gehört im Norden zu Malaysia und dem Sultanat Brunei und im Süden zu Indonesien. Der indonesische Part wird Kalimantan genannt. Zu Malaysia zählen die Bundesstaaten Sabah im Nordosten und Sarawak im Norden.

Kuching – Hauptstadt Sarawaks

Wir haben damals im März 2013 Sarawak besucht und uns ein bisschen in die Hauptstadt des Bundesstaates verguckt: Kuching (ca. 700.000 Einwohner). Über zwei Wochen verbrachten wir in der Region. Kuching hat das, was eine quirlige malaysische Großstadt ausmacht: traditionelle Moscheen und moderne Shoppingmalls, dazu viel Chinesische Kultur in Form von farbenfrohen Tempeln und Nonya-Küche (malaysisch-chinesische Fusionsküche) sowie eine Prise Indisch. In Kuching gesellen sich dazu ein bisschen Gemütlichkeit, der würzige Duft kräftiger Sarawak Laksa (eine dicke Nudelbrühe – Rezept gibt’s hier auf weiteweltweltweit!) und ein reiches multi-ethnisches Erbe. Es sollen über 20 indigene Volksgruppen in Sarawak existieren. Nicht zu vergessen sind die Highlights der hiesigen Fauna: Orang-Utans, Nasenaffen und Nashornvögel. Letztere ist das Wappentier von Sarawak. Außerdem ist die Gegend um Kuching der Ort, an dem der Pfeffer wächst – der s.g. Sarawak Pfeffer.

Kuching Downtown

Kuching Downtown, im Hintergrund: Die Istana, das Parlamentsgebäude von Sarawak

Dahin, wo der Pfeffer wächst

Hier bekomme ich endlich wieder die Kurve zum Titel des Beitrags: dem Souvenir, welches wir uns in Kuching gegönnt haben: Sarawak-Pfeffer und ein Katzen-Pfefferstreuer. Sarawak ist mit etwa 100 Jahren Geschichte ein noch relativ junges Anbaugebiet in Sachen Pfeffer. Der Sarawak-Pfeffer habe ein mild-fruchtiges Aroma – und wird einfach an (fast) jeder Ecke in Kuching dem kulinarisch interessierten Touristen angeboten.

Pfeffer überall

Pfeffer überall

Und alles für die Katz

Ebenso allgegenwärtig wie der Pfeffer sind in Kuching Katzen: Katzenmonumente, Katzenmuseum, Katzenkitsch. Dazwischen hüpfen auch noch richtige Katzen umher. Warum dieser Katzenwahnsinn? Kuching (kucing) heißt auf malaysisch Katze. Diesem kuriosne Stadtnamen soll dabei ein Missverständnis vorausgegangen sein:

Der Abenteurer James Brooke, den der Sultan des benachbarten Brunei 1841 zum ersten Weißen Raja (Herrscher) Sarawaks erhoben hatte, soll damals einen Einheimischen nach dem Namen der Stadt gefragt haben. In dem Moment lief eine Katze über den Weg und der Malaie dachte, der Engländer frage nach dem Namen des Tieres. Also lautete die Antwort: Kuching. (welt.de)

Tja, so kann’s kommen und schwupp-di-wupp sind Katzenthema und Pfefferhype in Kuching zum Katzen-Pfefferstreuer vereint. Dieser ziert nun seit einigen Monaten unsere Küche.

Praktische Infos und Reisetipps:

Visum und Reisen in Sarawak

Von Festland-Malaysia nach Sarawak oder Sabah gelangt man heutzutage im Prinzip nur noch per Flugzeug, z.B. von Kuala Lumpur oder Singapur aus. Offizielle Fähren gibt es leider nicht mehr. Das Tolle ist aber, dass man bei der Einreise auf den malaysischen Teile Borneos wieder ein 3-Monats-Visum (Stempel im Pass) bekommt. D.h. man könnte theoretisch 3 Monate auf der malaysischen Halbinsel (KL usw.) verbringen + 3 Monate in Sarawak + 3 Monate in Sabah = 9 Monate in Malaysia ohne das Staatsgebiet wirklich zu verlassen (Stand 2013). Eine sehr angenehme Visumspolitik für Weltenbummler, wie ich finde…

Die Bevölkerungsdichte ist bei weitem nicht so hoch wie auf Festland-Malaysia – dementsprechend ist auch die Infrastruktur nicht ganz so ausgebaut. Dafür gibt es (noch!!!) viel Regenwald-Dschungel, eine einzigartige Tierwelt (ich sag nur Orangutans und Nasenaffen!), großartige Kalksteinlandschaften und Nationalparks. Manche Gebiete können nur per Flugzeug erreicht werden (oder auf einer mehrtägigen Jeeptour durch’s Dickicht…oder Bootstour auf einem Fluss,,,). In und um Kuching kommt man gut zu Fuß, mit dem Bus oder per Anhalter zurecht. Unser Tipp zum Schluss: Nehmt euch Zeit für Sarawak, Kuching und die Umgebung! Es lohnt sich wirklich!

Top 10: unsere persönlichen Highlights in Kuching

(1) Bummeln durch Kuching Downtown, v.a. östlich des Merdeka Squares (und der Shopping Mall) im chinesisch geprägten Viertel (Jalan Carpenter / Jalan Wayang)

(2) Abendspaziergang am Flußufer (Kuching Waterfront), wo viele kleine Essensstände zum Naschen einladen: Nasi Lemak (Reisgericht mit Chillisauce), Kek Lapis (Schichtkuchen), Obsthappen, Buttermais und, besonders hervorzuheben, Eiscreme im Brötchen!

(3) Die beste Sarawak Laksa und andere Köstlichkeiten gibt es im Chinesischen Food Court an der Jalan Khoo Han Yeang (westlich des Merdeka Squares, Richtung der großen Moschee).

(4) Bootstour auf dem Sarawak-River, entweder eine kleine Bootstour, am besten bei Sonnenuntergang, oder Ufer-Hopping via Bootsfähre.

(5) Das Sarawak bzw. Ethnologisches Museum bietet eine schönen Einstieg in das multi-ethnische Völkergemisch des Bundesstaates. Neben der Dauerausstellung gibt es interessante Sonderausstellungen. Als wir da waren ging es z.B. um die Beerdigungsriten der unterschiedlichen Völker.

(6) Mit dem Vorwissen aus dem Museum lohnt ein Tagesausflug ins Sarawak Cultural Village, nördlich von Kuching, am Damai Beach. Zu Erreichen via Bus und per Anhalter. Da der Eintritt etwas teuer ist, bringt am besten genug Zeit mit (und vielleicht einen Studentausweis…). Das Cutural Village mutet zwar etwas touristisch an, aber man kann die kulturelle Vielfalt Sarawaks auf einen Blick kennen lernen, anhand der unterschiedlichen Bau-, Kleidungs- und Kunststile der Völker. Vor Ort leben einige Vertreter der Volksgruppen. Wir fanden es äußerst interessant, v.a. weil wir nicht die Zeit (und das Geld) hatten, eine Tour ins Hinterland gen Süden zu einem der s.g. Homestays in den Langhäusern zu unternehmen.

(7) Anschließend kann man am Damai Beach (ggü. vom Cultural Village) noch eine übergroße Skulptur eines Nashornvogels bewundern und ein Bad im warmen Südchinesischen Meer nehmen. Beachtet bitte: Malaysia ist ein islamisches Land. Am besten man(n) wie frau geht zusätzlich mit einem T-Shirt bekleidet ins Wasser. Das schützt auch vor der aggressiven Äquatorsonne.

(8) Südlich von Kuching beherbergt das Semenggoh Wildlife Rehabilitation Centre eine Auswilderungsstation für Orang-Utans. Zu erreichen mit dem Bus K6. Sofern nicht gerade Fruchtsaison im Dschungel ist und die Menschenaffen selbst genug Futter finden, kann man hier eine Gruppen von beeindruckend großen Orang-Utans jeden Morgen und Abend beim Fressen in der Nähe des Zentrums beobachten. Eine Ausstellung sowie die Mitarbeiter des Parks erklären einem alles. Übrigens soll Semenggoh bei weitem nicht so überlaufen (und teuer) sein, wie das Sepilok Forest Reserve in Sabah.

(9) Einer unserer Favoriten war außerdem ein Aufenthalt im Bako Nationalpark auf einer Halbinsel im Nordosten von Kuching. Hierhin gelangt man nur per Boot, Man kann zahlreiche Wanderungen in sehr verschiedenen Vegetationszonen unternehmen: Am Strand und in den Mangoven, im tropisch-feuchten Regenwald bis hin zum trockenem Hochplateau voller Kannenpflanzen. Abends kann man den Nasenaffen beim Fressen zusehen. Dazwischen springen freche Makaken und Wildschweine umher. Auch auf Baumvipern oder Flughunde kann man direkt vor der Haustür treffen. Übernachtet wird auf dem Campingplatz oder in 4-Bett-Zimmern.

(10) Übernachtungstipp: Gawing Lodge (Jalan Tabuan 24), geführt von einer herzlichen, hilfbereiten Familie. Als wir dort waren, hatten gerade die Besitzer gewechselt und es war noch einiges im Umbau. Doch wir fühlten uns sehr gut aufgenommen, fast wie in einem Homestay. Das lag wohl auch an dem leckeren Frühstück im gemütlichen Essensraum, der mit allerlei Sarawak-Kunst geschmückt war. Und an den für Kuching günstigen Preisen…

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2 comments
  1. Wir haben dort auf Borneo (Sarawak) so ziemlich das Gleiche angesehen und gemacht wie Ihr. Auch uns hat Kuching sehr gut gefallen.
    Liebe Grüße: Ursel und Bruno
    #

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