Bücher für unterwegs

Hosseini, Wensierski, Eisert – in Afghanistan, der DDR und Nordkorea

Die letzten Buchrezensionen sind schon ein Weilchen her, deswegen wird es höchste Zeit hier neues Lesefutter für Unterwegs vorzustellen…oder für die bevorstehenden Herbst- und Winterabende. Anbei also wieder eine Auswahl an sehr sehr lesenswerten Geschichten aus der weiten Welt – dieses Mal entführen Sie uns nach Afghanistan, in die DDR Vergangenheit sowie ins gegenwärtige Nordkorea.

Khaled Hosseini: Tausend Strahlende Sonnen

cover hosseini tausend strahlende sonnen Nach dem Vorgängerroman „Drachenläufer“ freute ich mich sehr, endlich den Roman „Tausend strahlende Sonnen“ des afghanischen Autors Hosseini zu lesen. Lieben Dank an dieser Stelle an die liebe Katrin, die mir das Buch ausgeliehen hat! Wieder ist Hossinis Roman ein tiefer Einblick in Seele und Geschichte Afghanistans. Im Fokus stehen diesmal insbesondere die afghanischen Frauen, deren Biografien stark von ihrem jeweiligen Umfeld und den Gegebenheiten der Zeit geprägt sind. Die Geschichte um die so unterschiedlichen Hauptcharaktere Maryam und Laila spielt in den 1970er Jahren und führt uns bis in die 90er – jenes Zeitfenster welches das Afghanische Volk durch Diktatur, Militärregierung und Taliban so stark beutelte und bis heute beeinflusst. Wer mehr über die Hintergründe des heutigen Afghanistans verstehen will, sollte Hosseini’s Romane lesen. Sehr bewegend!

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Peter Wensierski: Die verbotene Reise. Die Geschichte einer abenteuerlichen Flucht.

cover wensierski verbotene reiseIm Jahr des 25jährigen Mauerfalljubiläums eine sehr passende Lektüre! Der Journalist  Wensierski (u.a. für den Spiegel) war lange als ‚westlicher‘ Korrespondent in der DDR tätig (Quelle: Wikipedia). Vor wenigen Jahren kam ihm die Geschichte von Jens und Marie unter. Zwei junge abenteuerlustige Studenten, die Ende der 1980er Jahre in Prenzlauer Berg, Berlin lebten. Beide wollten mehr vom Leben als den vorgezeichneten Pfad der damaligen DDR zu gehen. Ihre Sehnsucht nach fremden Ländern können wir nur zu gut nachvollziehen. Dank langer Interviews mit Jens und Marie, skizziert Wensierski deren Leben nach und nimmt den Leser mit auf eine Reise nach Fernost. Bis nach Peking haben es die beiden geschafft – in Zeiten der äußerst beschränkten Reisemöglichkeiten im DDR Regime eine unglaubliche Leistung. Das Ende bleibt spannend, denn das Paar muss eine Entscheidung treffen, die ihr weiteres Leben für immer verändert. Dieser Reisebericht führt uns einmal mehr vor Augen, wie dankbar wir sein müssen, dass wir unsere eigene Asientour über 20 Jahre nach dem Mauerfall so unkompliziert durchführen konnten.

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Christian Eisert: Kim & Struppi. Ferien in Nordkorea.

cover eisert kim und struppiBleiben wir beim Thema Mauern und Grenzen…real und im Kopf. Irgendwie besitzt Nordkorea eine eigenartige Faszination. Dieses so abgeschottete Land mit dieser so (für uns) seltsamen Ideologie. Wenn man sich mehr damit beschäftigt kommen mir unweigerlich die Parallelen zum SED Regime in den Sinn. Eisert ging es vielleicht ähnlich. Aufgewachsen in der DDR und Schüler an der „Schule der Freundschaft zwischen der DDR und der KDVR“ schien er schon immer eine gewisse Verbindung nach Nordkorea zu haben. Mittlerweile sind ‚Urlaubs- und Bildungsreisen‘ in diesen von der Kim Diktatur dominierenden Staat möglich. Eisert wagte es und verbrachte zusammen mit seiner Reisebegleitung beeindruckende Tage in Nordkorea. Die großen und kleinen Begebenheiten mit all ihren Seltsamkeiten, aber auch die Hintergründe dazu hat er in „Kim & Struppi“ niedergeschrieben. Was mir so gut an dem Buch gefällt: Eisert schaut nicht nur durch die Brille der touristischen Verwunderung auf ein exotisches Nordkorea, sondern er verknüpft die Erlebnisse mit geschichtlichen Hintergrundinformationen, damit der Leser verstehen kann. So ist es weit mehr als ein unterhaltsamer Reisebericht.

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