Der Santa Cruz Trek in Peru – Tipps für die Vorbereitung und Route ohne Guide

Hiking Santa Cruz Trek Peru

Wandern in den Cordillera Blanca – auf eigenen Wegen im Huascarán Nationalpark

Einer der populärsten Wandertouren in den peruanischen Anden ist der etwa 4-tägige Santa Cruz Trek in den Cordillera Blanca – den schneebedeckten, weißen Kordilleren.

Die Cordillera Blanca, nord-östlich von Lima gelegen, ist einer der höchsten Gebirgszüge Südamerikas –  mit mehr als 50 schneebedeckten Bergen über 5.700 m. Auch der höchste Gipfel Perus, der Huascarán (6.768 m), befindet sich hier. Das Faszinierende: Mit 9° südlicher Breite liegt dieses Hochgebirge praktisch in den Tropen und bildet damit das weltweit größte Gletschergebiet auf dem Äquatorgürtel.

Hier zu wandern und auf dem etwa 50 km langen Santa Cruz Trek den 4.750 m hohen Punta Union Pass zu überqueren ist ein einmaliges Erlebnis. Nirgendwo erscheint dir der Himmel so nah!

Die Baumgrenze liegt auf 4.500 m – zum Vergleich: in den Alpen liegt diese auf 2.500 m. Das heißt: landschaftliche Abwechslung ist auf diesem Trek garantiert; dazu eine faszinierende Flora und Fauna.

Wir sind die Wanderung 4 Tage / 3 Nächte lang gegangen. In Huaraz bieten etliche Agenturen Gruppentouren mit Guides und Lasteseln an. Der Santa Cruz Weg ist aber so gut ausgeschildert, dass man ihn ohne Probleme individuell und ohne Guide erwandern kann. Wichtig ist nur eine gute Vorbereitung: Proviant, Zelt, Schlafsack. Unterwegs gibt es nur dich und die Natur..ok, und ein paar Kühe…und den einen oder anderen Wanderer. ;-P

Santa Cruz Trek with and without Agency

Den Santa Cruz Trek kann man in einer gebuchten Tour mit Guide und Packeseln buchen. Oder man geht ihn ganz individuell und im eigenen Tempo. Der Weg ist sehr gut ausgebaut.

Die Vorbereitung für den Santa Cruz Trek

Die meisten Gruppentouren starten im Dorf Vaqueria, nach einer etwa 3-stündigen Fahrt im Kleinbus (Collectivo) von Huaraz aus. Ziel nach 4 Tagen Trekking ist das Örtchen Cashapampa. Auch die (wenigen) Individualwanderer, die wir getroffen hatten, laufen die Runde in diese Richtung. Damit stapfen Wandergruppen, wie Alleinreisende in dieselbe Richtung und teilen sich automatisch dieselben Lagerplätze.

Wir starteten die Tour jedoch von Cashapampa aus, welches etwa eine halbe Stunde Taxifahrt von der Kleinstadt Caraz entfernt liegt. Caraz war quasi unser „Basislager“ – Es ist eher ruhig und gemütlich, nur wenige Touristen sieht man hier; dafür umso nettere Einheimische. Auch wird man in keinster Weise mit irgendwelchen Tour-Angeboten belästigt.

  • Große Trekkingagenturen und Ausrüstungsverleihe gibt es in Caraz jedoch (noch) nicht. Einen kleinen Shop inkl. Schlafsackverleih und Infopoint sowie verschiedene Touren bietet jedoch Pony Expeditions an der Plaza de Armas an. In der 2. Etage des Gebäudes befindet sich übrigens das Café/Restaurant „Café de Rat“ – sehr gut Pizza und Verleih von Gesellschaftsspielen!
santa cruz trek camping agency

Wer mit einer Gruppentour unterwegs ist, hat Chancen auf ein Klozelt… 😉

  • In Sachen Trekkingverpflegung ist die erste Adresse der Markt, nur wenige Straßen von der Plaza de Armas entfernt: Nudeln, Tomatensauce, Nüsse, Trockenfrüchte, Äpfel, Mandarinen, Avocados, Haferflocken, Cornflakes, Milch, ein Stück Käse sowie Brötchen gehörten zu unserem Proviant.
  • Unser Proviantplan sah wie folgt aus:
    • Frühstück: Haferflocken von Quaker und Cornflakes mit warmer Milch und Apfelstückchen; dazu Milo Malzkakao und Coca-Tee
    • Mittagessen: Brötchen mit Avocado (Tag 1) oder Käse (Tag 2-4) sowie Nüssen und Mandarinen oder Äpfeln
    • Snack zwischendurch: Trockenfrüchte und Nüsse, Amaranth Energiebällchen
    • Abendessen: Nudeln mit Tomatensauce (Tag 1 und 3) oder Trek’n’Eat Mahlzeit (Tag 2), aus Deutschland (Globetrotter) mitgebracht; dazu natürlich Coca-Tee
Santa Cruz Trek meal breakfast

Aufgekochte Haferflocken mit Äpfeln machen sich gut als warmes Frühstück vor einem langen Wandertag in den Bergen.

  • Zum Kochen haben wir ca. 1/2 Liter Brennspiritus vor Ort in Caraz gekauft. Diesen kann man zum Beispiel in einer Art Haushaltwarenladen nördlich der Plaza de Armas entlang der Straße San Martin erhalten. Der Verkäufer kann auch unkompliziert die gewünschte Menge in eine gebrauchte Plastikflasche umfüllen. Ein halber Liter hat umgerechnet nur ca. 1 Euro gekostet. Die Einheimischen benutzen für Brennspiritus übrigens das Wort „Alcohol“.
  • Wasser für die Wanderung muss man sich nicht viel besorgen – wohl aber s.g. Aquatabs
    zum desinfizieren von Trinkwasser. Der gesamte Santa Cruz Trek verläuft an einem Gletscherbach entlang. Da es hier oben jedoch noch die einen oder anderen Kuh- und Pferdeherden gibt, sollte man das Wasser unbedingt mit Hilfe dieser Tabletten (oder einer anderen Wasseraufbereitungsmethode) reinigen.
Wasser auf dem Santa Cruz Weg

Wasser gibt es entlang der Santa Cruz Wanderung genug. Aber Aquatabs oder eine andere Wasseraufbereitung ist nötig.

  • In Caraz haben wir übrigens im Chavin Hotel gewohnt (DZ mit Bad, einfach und günstig, aber gemütlich und sehr nette und hilfsbereite Mitarbeiter und Eigentümer); gleich an der Plaza des Armas gelegen. Wie in vielen anderen Unterkünften auch, ist es hier kein Problem, einen Teil seines Gepäcks, welches man nicht für den Trek benötigt, für einige Tage unterzustellen. Wertsachen sollte man aber natürlich immer am Mann behalten.
  • Sammeltaxis nach Cashapampa (ca. 1h), zum Startpunkt des Santa Cruz Treks, fahren in der Nähe des Marktes (Ramón Castilla) ab. Die Einheimischen sind euch gern behilflich und zeigen euch den Weg. Da für den 4-Tages-Trek am ersten Tag mit dem Auto eine Strecke von ca. 30 km (in ca. 1 Stunde) zurückgelegt wird, sollte man möglichst zeitig (ca. 7..8 Uhr) in Caraz starten.
  • Vom Endpunkt in Vaqueria zurück nach Caraz (ca. 4h) geht es dann übrigens wieder per Collectivo oder Sammeltaxis mit spektakulärer Passüberquerung und Blick auf Perus höchsten Gipfel, den Huascaran – zunächst in’s Tal nach Yungay und von da aus mit Umsteigen in ein weiteres Collectivo gen Caraz (oder Huaraz).

 

Tourenbeschreibung – 4 Tage Santa Cruz Trek

Die klassische 4-Tages-Tour verläuft auf etwa 50 km zwischen Cashapampa und Vaqueria. Man kann den Trek in beide Richtungen gehen. Von Cashapampa (2.900 m hoch) aus überquert man den höchsten Punkt, den Punta Union Pass auf 4.700 m Höhe, am 3. Touren-Tag – und hat damit einen Tag mehr Zeit zum Akklimatisieren. Von Vaqueria (3.700 m hoch) aus steht die Passüberquerung bereits am 2. Tag an.

Der Trek lässt sich außerdem individuell gestalten: Habt ihr ausreichend Zeit eingeplant, laden einige Sidetrips zum Verweilen ein – z.B. zum Alpamayo Basiscamp in 4.307 m Höhe oder zu verschiedenen Gletscherseen („Laguna“).

Wichtig zu wissen: Versucht am Endpunkt, egal ob in Cashapampa oder Vaqueria, nicht später als 14..15.00 Uhr anzukommen, um noch ein Collectivo nach Yungay und von da aus nach Caraz oder Huaraz zu bekommen.

(P.S.: In vielen Blogs und Tourenbeschreibungen wird behauptet, dass man von Cashapampa als Endpunkt leichter ein Taxi/Collectivo zurück bekommt, als von Vaqueria. Diese Aussage können wir nicht bestätigen – wir haben an der Straße in Vaqueria problemlos und schnell Mitfahrgelegenheiten zurück ins Tal bekommen. In beiden Dörfern sollte man allerdings vor 15.00 Uhr eintreffen.)

Santa Cruz Trek, Huascaran National Park, Cordillera Blanca, Cashapampa, Peru

Start in Cashapampa zum Santa Cruz Trek – Am Eingang des Huascaran Nationalparks

Tag 1: Caraz – Cashapampa (2.910 m) – Ichiccocha (3.820 m) – ca. 13 km, 6h

Es geht los! Nach etwa 1 Stunde Fahrt im Sammeltaxi kommen wir an den Startpunkt der Santa Cruz Wanderung. An der Hauptstraße im Dorf Cashapampa bietet ein kleiner Laden noch letzte Möglichkeiten sich mit Essbarem einzudecken – hauptsächlich Getränke und Kekse.

Man läuft einen kleinen, aber steilen Hang hinauf und erreicht den Eingang zum Huascaran Nationalpark. Beim Rancher hier muss eine Gebühr von 65 Soles p.P. gezahlt werden. Die Quittung sollte man aufheben und bei Bedarf vorzeigen. Auch hier scheint sich in den vergangenen Jahren etwas getan zu haben, denn bisher musste der Eintritt wohl immer erst unterwegs entrichtet werden.

Dann geht es aber wirklich los! Wir überqueren einen großen Gletscherbach, an dessen Verlauf wir uns für den ersten Teil der Strecke bis zur Passüberquerung orientieren können. Steil geht es zunächst bergauf und in den Taleinschnitt hinein. Bald können wir die hinter uns liegende Cordillera Negra nicht mehr sehen. Der Boden ist sandig, Kakteen zieren den Weg.

Santa Cruz Flora Kaktus

Im tropischen Hochgebirge der Anden wachsen noch bis auf goßer Höhe eine vielseitige Flora, z.B. blühende Kakteen

Bald jedoch öffnet sich das Tal zu einer Hochebene. Kuhherden grasen idyllisch am Flussufer. Spätestens jetzt wird die Wichtigkeit von Aquatabs oder sonstiger Wasseraufbereitung deutlich. Gegen 15:30 erreichen wir einen Zeltplatz (Llamaccorral), der bereits von einer großen Touristengruppe (von Vaqueria kommend) eingenommen wurde. Zeit und Kondition lassen das Weiterwandern zu. Kurz vor der Dämmerung (17-18.00 Uhr!) erreichen wir unseren ersten Lagerplatz: Ichiccocha. „Cocha“ bedeutet eigentlich „See“ – der See hier ist jedoch versandet und fast komplett zugewachsen. Kuh- und Muliherden grasen auf der Ebene. Ab und zu findet man Teile von Tierskeletten auf dem Weg. Talaufwärts erkennt man in der Ferne die ersten Schneebedeckten 6.000er Gipfel. Wie aus dem Nichts tauchen Einheimische Reiter oder Wanderer auf den Weg gen Cashapampa auf. Auch eine Gruppe junger Angler sehen wir am Fluß…dabei ist es schon fast dunkel und weit und breit befindet sich keine Siedlung.

Die Nacht wird windig und so suchen wir Windschatten hinter einem Felsen. Wichtig: Bis 17.00 sollte man seinen Lagerplatz gefunden und das Zelt aufgebaut haben. Die Dämmerung kommt schnell und die Dunkelheit umhüllt einen nahezu plötzlich. Peru befindet sich unweit des Äquators und so hat man ungefähr 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht. In der Zivilisation schaltet man einfach das Licht an und der Tag geht weiter. Erst in den Bergen wird einem die Länge der Nacht wieder so richtig bewusst. Außerdem wird es dann auch recht kalt. Tipp: Abends kochendes Wasser in die (dichte!) Trinkflasche füllen und ans Fußende in den Schlafsack legen. 🙂

Camping Ichiccocha Santa Cruz Trek Cordillera Blanca Peru

Unser erster Lagerplatz: Ichiccocha – Tag 1 Santa Cruz Trek in den Cordillera Blanca/Peru

Tag 2: Ichiccocha (3.830 m) – Jatuncocha – Taullipampa (4.250 m) – ca. 11 km, 4h

Kühl beginnt der Morgen. Wir laufen den Pfad entlang des Ichiccocha. Nach einer kleinen Steigung erreichen wir das nächste Hochplateau wie eine neue Stufe. Der Jatuncocha-See liegt türkisfarben vor uns. Vorbei am idyllischen Ufer überqueren wir eine wüstenartige Schwemmlandebene. Im weichen Sand fällt das gehen nicht mehr so leicht. Lupinenpflanzen säumen den Weg.

Dann überqueren wir den Fluss über eine Steinbrücke und halten uns rechts. Geradeaus gelangt man zum Alpamayo Basecamp. Es folgt ein Wäldchen zum Picknicken und Kräfte sammeln. Dann geht es steile Serpentinen hinauf zur nächsten Ebene – und schon befinden wir uns in einer herrlichen Almenlandschaft, der Taullipampa. Hier begegnen uns etliche bunte Zelte und Wandergruppen. So laufen wir die sanften Hügel bis kurz vorm Anstieg zum Pass. Hier findet sich ein herrliches Plätzchen zum Zelten – wahrlich das schönste Zeltlager!

Da wir hier bereits 15.00 Uhr eintreffen, erkunden wir die umliegenden Hänge und genießen die Sonnenstrahlen und den Blick auf den Berg Taulliraju (5.830 m), zu dessen Füßen wir unser Zelt aufgeschlagen haben.

Camping Santa Cruz Trek Taullipampa cordillera Blanca Peru

Der wohl schönste Zeltplatz der gesamten Santa Cruz Tour: Taullipampa am Tag 2 der Wanderung.
Suchbid: Wo ist unser Zelt? 🙂

Tag 3: Taullipampa (4.250 m) – Punta Unión Pass (4.750) – Quebrada Huaripampa (3.750 m) – ca. 18 km, 7h

Der 3. Tag beginnt mit 500 Höhenmeter Anstieg in einer Höhe von über 4.000 m NN. Der Pfad hinauf zum Pass sieht von Weitem gar nicht so anstrengend aus. Aber man unterschätzt die Anstrengung in dieser Höhe. Also: Schön langsam! Ca. 9 Uhr morgens sind wir aufgebrochen. Mittags 12 Uhr standen wir dann an der Steinpforte, welche den Punta Unión Pass markiert. Unterwegs hatten wir noch einen herrlichen Ausblick auf den Taulliraju und dessen Gletschersee. Noch nie glaubten wir den Bergen und ihren Gletschern so nah zu sein. Wir konnten das Eis in der Mittagssonne krachen hören.

santa cruz trek punta union pass 4.700 m NN

Geschafft! Der Punta Union Pass ist mit 4.700m der höchste Punkt der Wanderung

Nach einem Mittagssnack in luftiger Höhe auf dem Pass geht es auf der anderen Seite steil abwärts über Felsplatten. Hier macht sich ein Wanderstock gut für die Kniegelenke. Wir haben noch einiges an Wegstrecke vor uns. Von oben kann man den Pfad gut entdecken.

Bald wird auch die Vegetation wieder dichter und waldiger. Wir laufen durch einen lauschigen Quenua Wald. Der Quenua Baum (auch Polylepsis genannt) ist einfach an seiner roten, abblätternden Rinde zu erkennen – sozusagen ein Stamm wie aus Blätterteig. Diese Quenua Wälder sind vom Aussterben bedroht.

Irgendwann erreichen wir den Lagerplatz Quebrada Paria. Wer noch Zeit und Kraft hat, der sollte hier noch weiter laufen, denn nahezu alle (!) Wandergruppen von Vaqueria kommend (also über 90%) zelten hier auf diesem Zeltplatz. Der Platz könnte in der Hochsaison eng werden… Wir laufen also weiter und erreichen eine große Ebene. Immer mehr Kuh- und Schafherden bekommen wir zu Gesicht. Eine Menschenansiedlung kann also nicht mehr weit sein. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit erreichen wir den Lagerplatz Quebrada Huaripampa. Das Dorf Huaripampa ist nicht mehr weit. Schafherden und ihre Schäfer machen sich zum Abend auf den Heimweg und kommen an unserem Lagerplatz für einen kurzen Plausch vorbei.

santa cruz quenua wald

Auf den Weg nach Vaqueria geht es durch lauschige Quenua Wälder.

 

Tag 4: Quebrada Huaripampa (3.750 m) – Huaripampa – Vaqueria (3.730) – Yungay – Caraz – ca. 10 km, 4h + 3h Rückfahrt.

Die Nacht war kühl und windig. Eine dünne Eisschicht überdeckt eine Seite unseres Zeltes. Sehnsüchtig erwarten wir die ersten Sonnenstrahlen in dem engen Tal. Ein Schäfer und sein Hund warten mit uns zu morgendlichem Coca Tee.

Santa Cruz Trek Zeltlager Huaripampa

Am Morgen erwarten wir gemeinam sehnsüchtig die ersten wärmenden Sonnenstrahlen.

Seicht geht es bergab ins Dorf. Wir begegnen Kindern und ihren Müttern in zerschlissenen Sandalen (ohne Socken!). Alle fragen uns nach unseren Proviantresten und vor allem nach Medikamenten. Das Leben ist einfach hier oben. Trotz etwas Tourismus ist Huaripampa von der Außenwelt sehr abgeschnitten. Läden gibt es nicht. Warenlieferungen aus dem Tal scheinen auch selten hier hoch zu kommen. Wir geben, was wir können: Coca-Tee, Reste von Milch und Haferflocken, Bonbons, den letzten Tropfen Brennspiritus.

In Huaripampa gibt es einen weiteren Checkpoint der Huascaran Nationalparkerwaltung, aber wir treffen keinen, der unser Ticket aus Cashapampa sehen möchte. Ein kleines Mädchen namens Veronika begleitet uns ins Dorf und bringt unsere Gaben (Milch und Haferflocken) direkt zu ihrer Mutter. Unterwegs sehen wir Holzschilder, die auf hiesige „Touristenattraktionen“ aufmerksam machen: Hier die neue iglesia (Kirche), dort eine producción de cuy (Meerschweinchenfarm). Beim Blick zurück schauen wir auf die Pyramide (5.885 m), die wie ein Zeigefinger in den Himmel ragt.

An einer Gabelung müssen wir steil nach rechts gen Vaqueria abbiegen, einen Fluss überqueren und auf der anderen Seite wieder steil bergan. Endspurt: Das letzte Stück nach Vaqueria ist unbeschreiblich steil und zieht sich. Muliherden und ihre Besitzer begleiten uns. Sie sind ebenfalls auf dem Weg zur Straße, um dort die neuen Touristengruppen für den Santa Cruz Trek in Empfang zu nehmen.

Endlich erreichen wir die „Hauptstraße“, eine Schotterpiste. Es ist 13:00 Uhr und wir warten keine 15 Minuten an einer Herberge inklusive Imbiss, als die ersten Sammeltaxis, auch Richtung Huaraz, ankündigen uns auf dem Weg zurück ins Tal mitnehmen zu können. Zunächst müssen Sie jedoch noch ihr Fahrgäste am Startpunkt der Santa Cruz Wanderung in Vaqueria abliefern.

Als erstes kann uns ein einfaches Collectivo Richtung Yungay mitnehmen. Voll besetzt tuckern wir über die Piste auf Serpentinen einem weiteren Pass entgegen: der Portachuelo der Llanganuco auf 4.767 m Höhe. kaum zu fassen, dass wir 2 Tage zuvor die Höhe selbst zu Fuß erklommen haben und nun mehr oder weniger gemütlich auf 4 Rädern darüber weg schunkeln. Der Ausblick und die Abfahrt sind grandios! Noch nie haben wir eine so enge und steile Serpentinenführung hinab ins Tal gesehen. Weit unten glitzert das türkisblaue Wasser der Laguna Orchoncocha und Laguna Chinacocha. Links erhebt sich Perus höchter Gipfel, der Huascarán (6.655 m). Selbst die Einheimischen in unserem Collectivo staunen über diesen Anblick und fotografieren mit ihren Handys.

Mit dem Collectivo von Vaqueria nach Yungay

Mt dem Collectivo geht es noch einmal einen über 4.000m hohen Pass hinauf. Auf der anderen Seite erwartet einen ein atemberaubender Ausblick auf steile Serpentinen, schneebedeckte Berggipfel und türkisblaue Seen.

Später erreichen wir Yungay, ein kleines Dorf am Fuße des Huascarán Massivs. 1970 brach infolge eines Erdbebens eine Flanke des Huascarán ab und es donnerte eine riesige Erdlawine ins Tal. Das komplette Dorf wurde binnen Minuten verschüttet. Über 18.000 Menschen starben, nur wenige konnten sich retten. Yungay wurde wenige Kilometer weiter neu gegründet. Die verschüttete Stelle ist heute eine Gedenkstätte (Campo Santo ) und einen Besuch wert (Eintritt 2 Soles p.P.). Von Yungay geht es problemlos nach Caraz in 20 Minuten mit dem Collectivo.

Kosten (Stand 2015)

  • Taxi Caraz – Cashapampa: 6 Soles
  • Eintritt Huascarán Nationalpark: 65 Soles
  • Collectivo Vaqueria – Yungay: 15 Soles
  • Eintritt Yungay Gedenkstätte: 2 Soles
  • Collectivo Yungay – Caraz: ca. 3 Soles

Dazu kommen natürlich noch die Kosten für euren Proviant und Brennspiritus. Auf dem Markt in Caraz kann man jedoch äußerst günstig einkaufen.

 

Buch- und Kartentipps

Folgende Bücher und Karten haben uns bei der Vorbereitung bzw. während unserer Wanderungen in Peru geholfen:

Stefan Loose | Frank Herrmann: Reiseführer Peru, Westbolivien: mit Reiseatlas (2015) – Allgemeiner Peru-Reiseführer, u.a. hilfreiche kleine Routenbeschreibung und Übersichtskarte vom Santa Cruz TrekKaufen bei Amazon
Rother Wanderführer | Oskar E. Busch: Peru. Die schönsten Wanderungen und Trekkingtouren (2013) – 62 Touren in ganz Peru, von kurzen Tagestrips bis zu 14-Tages-Expeditionstouren. In diesem Buch haben wir sehr viele Ideen für Ausflüge in Perus Natur gefunden. Sehr empfehlenswert!Kaufen bei Amazon
Österreichischer Alpenverein | Cordillera Blanca Süd: Trekkingkarte (2005) – Detaillierte Wanderkarte der Cordillera BlancaKaufen bei Amazon

Wir hoffen, unsere Beschreibung des Santa Cruz Treks inspiriert euch und kann euch bei eurer eigenen Tourplanung ein bisschen weiterhelfen. Über Feedback und Kommentare freuen wir uns natürlich sehr! 🙂

 

3 comments
  1. Benedikt said:

    Danke für die tolle Beschreibung!
    Das i Tüpfelchen meiner Vorbereitungen!
    Morgen wandere ich los 🙂

    Liebe Grüße
    Benedikt

  2. Hallo Benedikt,

    danke für deinen Kommentar. Wir wünschen dir eine wunderschöne Wanderung bei bestem Wetter und toller Sicht auf die eisigen Gipfel der Cordillera Blanca.

    Viele Grüße von
    Anja und Markus

  3. Patric said:

    Super, danke auch für die detaillierte „Packliste“ was alles dabei sein sollte! Wir haben den SantaCruz Track in unsere Liste der schönsten Trails weltweit aufgenommen…

    Könnt ihr noch weitere Fernwanderwege und Trails empfehlen die in diese Liste dazu gehören?

    VG
    Patric

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