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Reisen und Lesen gehören zusammen!

Hier eine Auswahl unserer Lieblingsbücher, die wir unterwegs gefunden, gelesen und getauscht haben:

(November 2013)

Ilja Trojanow – Der WeltensammlerDer britische Gesandte und Afrikaforscher Richard Francis Burton (1821-1890) inspirierte Tojanow zu seinem Roman. Hier beschreibt er drei große Stationen des Weltensammlers: das koloniale Britisch-Indien, Arabien und Ostafrika. Zunächst ist es etwas schwierig als Leser die Handlungsstränge auseinander zu halten, doch bald lernt man Burton als Weltbürger schätzen, der – seiner Zeit weit voraus – eine gewisse Kultursensibiltät an den Tag legt, und als islamischer Pilger gekleidet bis nach Mekka pilgert.

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 IMG_9041 Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des WindesSauspannend! Schon nach den ersten Kapiteln zieht einem die mystische Atmosphäre in den Bann. Als Leser wird man sehr plastisch an verschiedene Schauplätze in Barcelona geführt (und bekommt natürlich spontan Lust auf einen Kurztrip!). Ein Junge findet in den 1950er Jahren, zur Zeit der Franco-Diktatur in Spanien, ein Buch (oder findet das Buch ihn?) und spürt dem unbekannten Autor nach. Es ergeben sich verblüffende Parallelen zwischen dem Buchautor und dem Jungen Jahre später. Aber ich will nicht zuviel verraten…

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 IMG_9048 Pascal Mercier – Nachtzug nach LissabonUm dieses Buch endlich fertig zu lesen, habe ich (A) fast ein Jahr benötigt. Dabei ist es gerade hinten raus spannend. Ein Schweizer Lehrer findet ein geheimnisvolles Buch, geschrieben von einem portugiesischen Arzt in den 1970er Jahren, zu Zeiten der Militärdiktatur Salazars. – So etwas ähnliches hatten wir doch schone?! – Der Lehrer begibt sich für ihn überraschenderweise spontan nach Lissabon und verfolgt die Spuren des Arztes. Und dann kommt auch noch eine geheimnisvolle Frau in’s Spiel. Das Buch geht weniger um das Reisen selbst, als um eine philosophische Auseinandersetzung mit den Themen Vergangenheit, Endlichkeit und was bleibt. Und der Leser lernt natürlich etwas über die Geschichte Portugals!

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 IMG_9043 Sabine Kiegler – DschungelkindDie Autobiografie eines Dschungelkindes, als Tochter einer Missionarehepaares aufgewachsen in den Urwäldern von West Papua. Das Buch habe ich damals (A) in meiner Zeit in Ghana gelesen.

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 IMG_9049 Leonie Swann – GlennkillZum Abschluss noch etwas leichte aber nicht minder unterhaltende Lektüre, die auf der grünen Insel spielt. Genauer gesagt handelt es sich um einen Schafskrimi, denn Glennkill beschreibt die Welt aus der Sicht einer Schafherde in Irland. Der Schäfer ist tot und die Schafe beginnen den Mordfall auf ihre amüsante Weise aufzuklären.

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(September 2013):

 1984 George Orwell – 1984Der Klassiker zum Thema „Big Brother“ und „Der Überwachungsstaat“ schlechthin. Die Parallelen zu den (gegenwärtigen und vergangenen) totalitären Staaten des 20. Jahrhunderts sind teilweise erschreckend. Wir dachten beim Lesen oft an die geschichtsträchtige Orte, die wir hier in Asien gesehen haben, u.a. Death Railway am Kwai in Thailand (Kolonial-Japan), Killing Fields bei Phnom Phen/Kambodscha (Rote Kmer) oder der Platz des Himmlischen Friedens in Peking/VR China. Laut Southeastasia-Backpacker Magazin ist „1985“ wohl ein Must-Read auf einer Südostasien-Tour. Uns war es passenderweise Lektüre während unserer Zeit in der Volksrepublik China…

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Yann Martel – The Life of PiDen Film haben wir leider (noch) nicht gesehen, aber das zu Grunde liegende Buch findet man momenan allerorts in den Backpackerhostels und Book Exchange Spots Asiens. Die Geschichte um den schiffbrüchigen Jungen Pi ist schon recht außergewöhnlich, anfänglich etwas zäh, aber dann wirklich spannend. Und man lernt ne Menge Vokabeln (in der englischen Ausgabe) zum Thema Zoologie (immerhin spielt eine Tiger eine wichtige Rolle) und Bestandteile eines Rettungsbootes.

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IMG_8424 Tony Wheeler – Unlikely Destinations. The Lonely Planet Story.Dieser Titel stand schon sehr lange auf meiner Wunschliste. Als wir das Buch jedoch nie in irgendwelchen Hostels oder 2nd Hand Buchläden auftreiben konnten, haben wir es uns schließlich doch gekauft. Tony Wheeler, Mitbegründer/Autor der legendären Lonely Planet Guidebooks erzählt hier die Geschichte des Reiseführers für’s kleine Budget.

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Ilka Schneider – Zwischen Geistern und Gigabytes. Abenteuer Alltag in TaiwanAn unserem letzten Tag in Taiwan fand ich dieses Buch im Regal des Taipei Hostels. Die Autorin erzählt in kurzweiligen Anekdoten von ihrem Jahr in Taiwan und erklärt amüsant und aus der Perspektive der „Langnase“ (Ausländer) über ihren Alltag mit interessanten Hintergrundinfos zur taiwanesisch-chinesischen Kultur. Besonders wenn man Taiwan bereits besucht hat, erkennt man viele selbst erlebte Episoden in diesem Buch wider.

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Audiobooks:

Zur Abwechslung – und insbesondere auf langen, anstrengenden Strecken per Zug, Bus oder sonstwie – hören wir auch gern mal das eine oder andere Hörbuch. Hier ein paar Empfehlungen:

IMG_9040H.P. Kerkeling – Ich bin dann mal weg (Audiobook, gelesen von H.P.)Erfahrungbericht eines deutschen ‚Promis‘ auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Da wir auf dem Annapurna Rundweg ein sehr nettes spanisches Pärchen aus Santiago de Compostela kennen gelernt hatten, und wir diese auch gern einmal besuchen und bei der Gelegenheit ein Stück des Camino selbst gehen wollen würden, interessierte mich das Thema natürlich. Kerkeling hat sein Buch sehr ehrlich und witzig geschrieben. Das Hörbuch ist dank H.P.s eigene Stimme authentisch und lustig. Ich habe beim Hören teilweise Tränen gelacht.
Helge Timmendorf – Tiger fressen keine Yogis (Audio)„Storys von Unterwegs“, aus Indien, Japan, Nordafrika sowie dem internationalen Drogenmillieu. Herrlicher Gonzo-Stil. Ich hätte mir mehr ‚Storys von unterwegs‘ gewünscht und weniger zu persönliche Einsichten zum Thema Drogenkonsum und dem Sexualleben des Autors. Alles in allem sehr (irr-)witzige Geschichten und trockener Humor.
Richard David Precht – Wer bin ich und wenn ja, wie viele? (Audio)Ein Abriss über die abendländische Philosophie, von Descartes bis zu ethischen Fragen um Gentechnologie oder Vegetarismus. Zugegeben, mein erster Eindruck war zunächst „Schwere Kost!“, aber das Buch umfasst wirklich sehr anschaulich die wichtigsten Meilensteine der Philosophie, Moral und Ethik. Es geht sogar soweit, interessante Denkanstöße für das eigene Leben zu bieten: Wer bin ich? Was kann ich tun? Was kann ich hoffen? Was ist Glück? Beim Hören musste ich oft an die Ethik-Unterrichtsstunden in der Schule denken, wobei ich die Kapitel über Philosophie eigentlich immer recht spannend fand.
Dalai Lama – Das Buch der Menschlichkeit (Audio)Ein philosophisches Schwergewicht. Der Dalai Lama erklärt die ewige Suche nach Glück und Zufriedenheit aus der Perspektive des (tibet.) Buddhismus. Dabei erkennt man schnell, das die Prinzipien allgemeingültig und auch praxisorientiert sind, unabhängig von der Religion. Das Buch als Audiobook zu hören ist allerdings nicht einfach. Länger als 15 min kann ich mich da nicht konzentrieren…
IMG_9046Elisabeth Gilbert – Eat Pray Love (Audio)Ebenfalls ein Buch, welches verfilmt wurde (und dessen Film ich noch nicht gesehen habe). Das Hörbuch ist wirklich lang und hält einen einige Zeit beschäftigt. Es geht um die Sinnsuche der amerikanischen Autorin nach Scheidung und Depression. Sie geht auf eine spirituelle Reise nach Italien, Indien und Bali, um ihr Glück zu finden. Wirklich nett. Aber manchmal etwas zu „amerikanisch“.

(Mai 2013)

 IMG_2428 Khaled Hosseini – DrachenläuferDie Gechichte einer Freundschaft im Afghanistan des 20. Jahrhunderts. Sehr anrührend. Und wir haben eine Menge über die afghanische Geschichte gelernt. Am besten selber lesen!
IMG_2593 Jason Elliot – PersienReisebericht eines englischen Schriftstellers und Persienliebhabers. Kurzweilige, witzige Anekdoten und detailliert recherchierte Hintergrundinformation zu Gechichte, Kultur, Kunst und Politik des Iran. Bezaubert den Leser, selbst einmal dieses Land zu besuchen…
 IMG_2486 Jan Costin Wagner – Das Licht in einem dunklen HausHaben wir freundlicherweise von Mitreisenden (und Mittauchern) geschenkt bekommen. Skandinavischer Krimi mit Szenerie in Finnland, geschrieben von einem deutschen Autor. Melancholisch und hochspannend. Haben wir beide innerhalb von 3 Tagen gelesen.
 IMG_2427 Magnus Mills – Indien kann wartenTrockener englischer Humor. Ein Reisender kommt nicht weit. Schon in Nordengland bleibt er auf einem Zeltplatz hängen und verstrickt sich immer mehr in den Alltag der Dorfbewohner. Bizarr und leicht unterhaltsam.
Daniel Defoe – Robinson CrusoeWieder ein Klassiker. Passendereise fanden wir ein Exemplar des Buches auf den Togean Inseln in Sulawesi/Indonesien. Bei den Bildern kommt man schnell in Robinson-Crusoe-Laune (s. Video).

(Februar/März 2013)

Sarah Mcdonald – Holy Cow. An Indian Adventure.Amüsanter und informativer Blick auf Indien und die indische Gesellschaft. Während wir dieses Buch lasen und durch Indien reisten hatten wir jede Menge Gelegenheit zum schmunzeln. Wirklich ein klasse Buch für die Indienreise!
 DSC_2688 Luisa Francia – Der untere Himmel. Frauen in Eisigen Höhen.Informativer Überblick über bergsteigende Frauen in der Geschichte des sonst angeblich so Männer-dominierten Bergsport. Macht ein bisschen nachdenklich.
 IMG_8663 Alex Garland – The Beach.Wieder ein Buch, dessen Verfilmung bekannt sein dürfte… Das Exemplar habe ich im Bücherregal bei BCDO in Kambodscha entdeckt. Da wir die darauffogenden Wochen wieder in Thailand, noch dazu auf Koh Samui sein werden, erschien mir „The Beach“ als passende Lektüre. Eine Gruppe Backpacker macht sich auf einer einsamen Insel im Marine Nationalpark vor Koh Samui/Koh Phangan ein nettes Leben. Ein bisschen Psycho ist auch dabei und ein blutiger Showdown. Leichte Kost für Zwischendurch.
 IMG_9234 Mahatma Ghandi – Mein Leben.Die Biografie des indischen Nationalvaters gibt sowohl Einblicke in Ghandis Philosophie als auch Hintergründe über das Leben in Indien unter den englischen Rajas.
 IMG_1488 Ernesto ‚Che‘ Guevara – The Motorcycles DiariesChe reiste zusammen mit seinem Freund Alberto in den 1950er Jahren durch den Südamerikanischen Kontinent. Seine Aufzeichnungen sind als Buch erschienen und natürlich gibt’s auch nen Film. Eine gute Gelegenheit, sich auf Südamerika als mögliches Reiseziel einzustimmen…
Maurice Herzog – Annapurna.In Nepal muss man einfach Bergsteigerbücher lesen! Herzog und seine Expedition 1952 (?) waren die ersten Menschen, die einen 8000er Gipfel bestiegen hatten. In seinem Buch beschreibt er die ganze Unternehmung: Von den Vorbereitungen und dem Start der Expedition in Indien, der Einreise nach Nepal, dem Auskundschaften der Umgebung um das Annapurna-Massiv, den Problemen, der Wegesuche, den Strapazen und dem Triumph. Besonders spannend war das Buch für uns natrlich, weil wir ja genau in der Gegend waren (Annapurna Rundweg) und so die Ortsnamen und kleinere Episoden der Begegnungen mit Einheimischen ebenfalls kannten.
 DSC_1050 Hermann Hesse – Siddhartha.Ein Klassiker muss auch mal sein! Seit unserem Vipassana Meditationskurs in Indien und einer Einführung in die buddhistische Dhamma Philosophie sowie einem Videoblog von ARD Dilli Dilli, wollte ich mich endlich mal diesem großen deutschen Schriftsteller widmen. Ich muss zugeben, in der Schule hatten wir Hesse (leider) nicht durchgenommen. Lehrplan halt. Das Buch erzählt das Leben des Siddharta, ein reicher Jüngling, der sich auf der Suche nach Erkenntnis zunächst Asketen anschließt, und anschließend ein ‚Lebemann‘ wird. Alle Erfahrungen sind es wert sie zu erleben, gute wie schlechte, glückliche wie traurige. Ein Buch zum Nachdenken.
 DSC_1049 Jon Krakauer – Into the Wild.Der Journalist Krakauer ergründet die Geschichte von ‚Alex Supertramp‘. Der junge Aussteiger mit idealistischen Moralvorstellungen begibt sich in die Wildnis Alaskas. Nach einigen Monaten wird er tod aufgefunden. Eine wahre Begebenheit und ein Bestseller. Der Film erschien vor einigen Jahren.
Das Buch habe ich in unserem Guesthouse in der Nähe von Kathmandu entdeckt und auf unserem Trek durch die einsame Helambu-Region mitgenommen.
 DSC_2689 Jon Krakauer – Into thin Air. (dt. Titel: In eisigen Höhen)Ein klassiker unter den Bergsteigerberichten. 1996 ereignete sich eines der größten Dramen am Mt. Everest. Der Journalist Krakauer war Teil einer der Expeditionen vor Ort und schildert in „Into thin Air“ die Begebenheiten aus seiner Sicht. Sehr spannendes, aber auch erschütterndes Buch – um so mehr, als wir gerade mitten auf unserem Annapurna-Trek waren und ebenfalls mit der dünnen Luft zu kämpfen hatten…
Arundhati Roy – Der Gott der kleinen Dinge.Wunderbar blumige Sprache! Die Familiengeschichte spielt im Kerala der 1970er Jahre. Hatte ich in den ersten Wochen unsere Zeit in Indien gelesen.
 IMG_8686 Loung Ung – First they Killed my Father.Das schockierende Zeugnis einer Kindheit unter den Khmer Rouge. Keine leichte Kost, aber absolut lesenswert und ganz besonders in Verbindung mit einem Besuch in Phnom Phen und den Killing Fields…

Schickt uns eure Empfehlungen als Kommentar! Wir freuen uns auf neue Lesetipps.

7 comments
  1. Lars said:

    Interessante Reiseberichte sind die Bücher „Abgefahren“ von Klaus Schubert und „Erdanziehung“ von Daniel Snaider. Vor allem Erdanziehung finde ich persönlich sehr gut und witzig geschrieben. Würde ich euch auf jeden Fall empfehlen falls ihr da ran kommt :-). Viel Spass weiterhin und reist nach Flores wenn es möglich ist! Sehr schön dort!

  2. Holger said:

    Hallo zusammen,
    zur Zeit habe ich gerade „Mayday über Saragossa“ von Münzberg gelesen. Eine sehr interessante Lebensgeschichte eines DDR Verkehrsflugkapitäns ( Heinz Kallbach – waren wir mit Wolfgang u. Conny zu Lesung ), der auch die komplette Geschichte der Interflug beschreibt und wie er nach der Wende weiter geflogen ist. Abenteuerliche Berichte – vor allen viel von Afrika.
    Als zweites habe ich „Schwarzes Eis“ von Sergej Lochthofen gelesen. Das ist die aufgeschriebene Lebensgeschichte seines Vaters, der fast 20 Jahre im Gullag von Workuta verbracht hat und überlebte. Schwere Kost aus den Abgründen der Stalin Ära aber gerade deshalb packend und unglaublich als Tatsachenbericht .

    „Abgefahren“ kann ich ebefalls empfehlen – ein sehr kurzweiliger Reisebericht.

    LG Holger u. Cella

  3. Sehr schöne Liste. Ein paar davon habe ich gelesen. Der Rest klingt auch interessant. Habe selbst auch noch ein paar Empfehlungen in meiner Abenteuer-Buch-Liste:
    http://awesomatik.com/2012/10/05/awesomatik-adventure-books/

    Momentan lese ich „72 Tage in der Hölle: Wie ich den Absturz in den Anden überlebte“ auch eine interessante Reiselektüre, wenn man nicht gerade über die Anden fliegt…

  4. kevinfleischer said:

    Als ich in Brasilien war hatte ich mir ein Buch von Nico ausgeborgt welches auch im Ausland spielt aber etwas anders ist:
    „War“ von Sebastian Junger. Darin geht es um Afghanistan und wie der Krieg da wirklich statt findet.

  5. Vielen Dank für all eure Lesetipps!!! „Abgefahren“ kennen wir auch. Anja war vor zig Jahren mal mit Holger bei einem Vortrag von den Autoren in Glauchau. Damals hat das wohl angefangen mit dem Träumen von der weiten Welt… 😉

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