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Im Paradies: Warmes Wetter, leckeres Essen und ein riesiger Sandkasten samt Badewanne vor der Haustür – Koh Phayam, Elternzeit, gestrandet in Thailand während der Corona-Krise

Seit über einer Woche sind wir nun auf Koh Phayam, einer 5 x 8 km kleinen Insel in der Andamanensee – an der Westküste von Thailand, am südlichsten Zipfel der Grenze zu Myanmar. Hierhin sind wir gekommen, um unsere Reisebekanntschaften Bruno und Ursel aus längst vergangenen Tagen wieder zu sehen. Die beiden überwintern mittlerweile jedes Jahr für 3-5 Monate hier und kennen alles und jeden.

Elternzeit in Thailand – so war der Plan

Unser ursprünglicher Plan sah wie folgt aus: 10-14 Tage Koh Phayam, danach in entspannten Etappen über Krabi, Koh Lanta, vielleicht Koh Phangan usw. gen Süden bis nach Malaysia. Dort noch auf die Perhentian-Inseln zum Tauchen, eventuell ein Wiedersehen mit den Cameron Highlands und schließlich Kuala Lumpur, wo am 11. Mai unser Flieger zurück nach Deutschland ginge. Alles in allem in gemütlichen 9 Wochen Elternzeitreise. Mittlerweile steht die Welt Kopf: Corona-Krise. Für uns immer noch ein völlig surrealer Zustand.

Die aktuelle Lage – Stand 29.03.2020: Corona-Notstand in Thailand

Die Grenze nach Malaysia (und auch zu allen anderen Nachbarländern Thailands) sind dicht. Die Covid-19 Fallzahlen steigen nun auch in Thailand merklich an. In Europa und USA, eigentlich auf der ganzen Welt ist völliger Ausnahmezustand. Flüge werden ersatzlos storniert. Reisende sitzen fest. Gibt es noch ein anderes Thema in den Nachichten?

Auch Thailand hat seit dem 26.03.2020 den nationalen Notstand zunächst bis 30.04. ausgerufen. Täglich gibt es neue News, manches sind nur Gerüchte. Die einzelnen Provinzen legen jetzt mehr oder weniger individuell die Maßnahmen und deren Durchsetzung fest. Ausgangssperren gibt es hier auf Koh Phayam (noch) nicht. Die meisten Unterkünfte u. Restaurants laufen weiter, auch wenn jetzt sowieso die Nebensaison hier bereits begonnen hat. Es befinden sich noch etliche Ausländer auf der Insel: Langzeiturlauber oder Reisende wie wir mit Baby oder Kleinkind. Darunter ist die Mehrzahl aus Deutschland. Aber auch Franzosen, Schweizer, Spanier, Brasilianer und Amerikaner sind unter den „Gestrandeten“. Die Insel ist klein, man trifft sich immer wieder. Jetzt ist Koh Phayam für Neuankömminge geschlossen worden. Das heißt, man kann jederzeit runter, kommt aber nur noch zurück wenn man eine Aufenthaltsbestätigung seiner Unterkunft vorweisen kann. Lebensmittellieferungen wird es nach wie vor geben. Die Einheimischen machen sich Sorgen, insbesondere seit jetzt auf der Nachbarinsel Koh Chang ein Corona-Verdachtsfall bei 2 Touristen aufgetreten ist. Man darf sich zwar noch in der Provinz Ranong selbst bewegen, wer aber die Region verlassen will, muss ein gültiges Flugticket vorweisen. Das Militär hat Kontrollstellen eingerichtet. Unser Fieber wurde bei unserer Ankunft auf Koh Phayam vor 10 Tagen am Bootspier gemessen. Seit dem 28.03. ist nun auch das Tragen einer Schutzmaske beim Verlassen seiner Wohnanlage verordnet worden. Bisher halten sich aber sowohl Ausländer als auch Einheimische strikt daran.

Gestrandet auf Koh Phayam

Für uns bedeutet dies: Wir können und wollen nicht mehr in Thailand umherreisen. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass wir unseren Flug Mitte Mai ab Malaysia mit Turkish Airlines über Istanbul antreten können. Dazu müssten zum einen die Grenzen bis dahin wieder offen sein, Turkish Airlines seine Flüge wieder aufnehmen und keine Ein-/Ausreisebeschränkungen mehr in der Türkei bestehen. Schweren Herzens haben wir uns nun also entschlossen einen neuen Flug (direkt nach Frankfurt) zum nächstmöglichen (!) Termin, dem 23.04., zu buchen. Ob dieser Flug dann auch wirklich stattfindet steht aber noch in den Sternen. Noch gibt es kommerzielle Flüge in begrenztem Umfang zu völlig unverschämten Preisen.

Breaking News vom 29.03.2020: Die Bundesregierung hat nun auch ein Rückholprogramm für Thailand gestartet.

Alltag in der Insel-Isolation

Unser Insel-Alltag ist recht übersichtlich strukturiert und orientiert sich im Wesentlichen am Schlafrhythmus von Paula (also wie zu Hause auch), aber auch am Meer vor unserer Haustür. Ebbe und Flut wechseln sich hier im 6h-Takt ab und der Zyklus verschiebt sich jeden Tag um 20 Minuten. Das heißt bei Flut machen wir meist einen Badegang direkt bei uns am Strand wobei Paula dann bisschen im Matsch spielen kann. Bei Ebbe machen wir entweder Besorgungen (Einkaufen/Wäsche waschen), gehen bisschen spazieren oder erkunden andere Strände wie z.B. die Monkey Bay. Dort gibt es eine ziemlich intakte Unterwasserwelt die sich besonders gut bei Ebbe zum Schnorcheln eignet. Zuletzt hat Markus dort sogar einen Stachelrochen gesehen. Auch Anemonen und Clownsfische (Stichwort „Nemo“) soll es dort geben. Letztere sind uns aber bisher verwährt geblieben. Zum Mittag- und Abendessen besuchen wir meist eines der zahlreichen Strandrestaurants in denen wir fast noch nie enttäuscht wurden. Aber auch im Inselinneren gibt es immer wieder nette kleine Restaurants und Garküchen. Ein Highlight hier sind natürlich die frischen Früchte allen voran die Mangos welche einfach galaktisch süß schmecken und mit nichts zu vergleichen sind. Paula liebt sie auch.

Soweit das Insel-Update von uns. Aktuell geht es uns sehr gut hier. Wir machen das Beste aus der Situation, hoffen dass wir alle gesund bleiben und unser Rückflug am 23.04. auch wirklich stattfindet oder sich eine andere Möglichkeit der Rückkehr findet. Bis dahin viele Grüße in die Heimat und bleibt gesund!

Unser derzeitiges Zuhause – ein Bungalow unter Palmen