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Abschied von Koh Phayam am Pier… Abbruch unserer Elternzeitreise

Am Samstag, den 4.4., haben wir uns von Koh Phayam verabschiedet. Wir sind nun mittlerweile wieder gut in Bangkok angekommen. Die 8h Taxi-Fahrt verlief erstaunlich unspektakulär. Keine Kontrollen, kein Fiebermessen, keine Flugtickets, Pässe oder Passierschein vorweisen. Die Abholung am Pier in Ranong hat auch problemlos geklappt. Paula hatte sogar einen eigenen Kindersatz – das ist schon sehr ungewöhnlich für Thailand. Vielen Dank an dieser Stelle nochmal an Bangkok Taxi 24 die auch in dieser speziellen Zeit ihre Kunden nicht abgezockt haben und den normalen Fahrpreis verlangt haben. Wir haben da in den letzten Tagen auch schon ganz andere Geschichten gehört….

Mit dem Taxi von Ranong nach Bangkok – 8 Stunden gehen auch vorbei.

Jetzt sind wir also in Bangkok und haben glücklicherweise ein ganz nettes Hotel (At Residence Suvarnabhumi) direkt neben dem Flughafen gefunden. Hier wohnen wir etwas abseits der Hauptstraße in einem Häuschen eines Mini-Bungalow-Dorfs. Sogar eine Veranda mit Gartenblick gehört dazu und es fühlt sich an als wäre der Strand nicht weit – wenn da nicht die Verkehrsgeräusche der nicht allzu weit entfernten Hauptstraße wären. Es gibt einen Pool und ein kleines Hotelrestaurant mit vernünftigen Preisen – beides hat noch geöffnet. Auch dies ist keine Selbstverständlichkeit in der aktuellen Zeit.

Unsere beschauliche Hütte in Flughafennähe von Bangkok

Leider hat in Bangkok und Umgebung alles geschlossen – Sehenswürdigkeiten, Museen, sogar Parkanlagn – und so können wir die Zeit bis Abflug leider nicht mehr so richtig nutzen. Um die Ecke gibts wenigstens zwei kleine Märkte mit Essensständen wo wir uns jeden Tag durchgefressen haben. Außerdem hat Paula Spaß am täglichen Planschen im Pool gehabt.

Spaß im Pool – zum Glück hat der hier noch geöffnet

Morgen geht nun unser Condor-Flug im Rahmen des Rückholprogramms des Auswärtigen Amtes zurück nach Deutschland. 4 Wochen Elternzeitreise (statt ursprünglich 13), die ganz anders geplant waren, und uns dennoch viele schöne Erlebnisse in Familie geschenkt haben. Mit Respekt werden wir den morgigen Tag starten: 12h Direktflug bei Tag mit Baby in einer sehr wahrscheinlich rappelvollen Maschine in Zeiten von Corona. Prost Mahlzeit. Auf Koh Phayam nannte man die Heimreise nach Deutschland in dieser Zeit „Ride to Hell“. Dennoch, für uns ist es jetzt die richtige Entscheidung. Übermorgen sind wir schlauer. Wir sehen uns in Deutschland.

Am Hauptbahnhof in Bangkok

Wir sind da – wir sind in Thailand. Drei Wochen später als ursprünglich geplant können wir unsere Elternzeitreise starten. Diverse Infekte haben unseren Reiseplan etwas durcheinandergewirbelt und zu guter letzt hätte uns das Corona Virus auch fast noch einen Strich durch die Rechnung gemacht. Am Donnerstag den 12. März 2020 hob unsere Maschine mit Zwischenstopp Istanbul in Leipzig ab. Einen Tag später haben wir erfahren, dass Turkish Airlines die Flugverbindungen von und nach Deutschland vorerst gekappt hat.

Langstreckenflug mit Kind

Sowohl in Istanbul als auch in Bangkok wurde unsere Körpertemperatur gecheckt. Auch waren die zahlreichen Desinfektionsspender an den Flughäfen nicht zu übersehen. Einen Tag vor unserem Abflug haben wir am Leipziger Hbf noch etwas gegessen und suchten dabei vergeblich nach einer Möglichkeit unsere Hände zu säubern… Am Flughafen in Leipzig wurden wir gefragt, ob wir in den letzten 2 Wochen im Ausland waren. Dann gab es noch ein Schild mit Infos zu Corona. Mehr nicht.

Dann ging es los mit 10-Monate altem Baby in der Manduka-Trage vorn ran geschnallt. Unsere kleine Paula hat den Flug recht gut überstanden und zu unserem Erstaunen 5h auf dem Nachtflug von von Istanbul nach Bangkok geschlafen: 3h in Mamas Armen, 2h sogar im s.g. Baby-Basinett. Letzteres war ein Segen, wir konnten gleichzeitig unser Frühstück einnehmen, während das Kind noch schlummerte. Für uns „großen“ war die Reise natürlich anstrengend aber das haben wir auch nicht anders erwartet. Ausgezahlt hat sich hier wirklich die (kostenpflichtige) Sitzplatzreservierung im vorderen Teil mit extra Beinfreiheit und dem besagten Basinett für das Baby in dem man wahlweise das Kind oder diversen Krims-Krams, den man auf so einer Reise mit Kind mit sich herumschleppt, ablegen kann.

Einreise in Thailand (13. März 2020)

Die Einreise konnten wir ohne Probleme passieren. Wir hatten zuvor noch ein 2-Monats-Visum beantragt. Jedoch mussten wir weder finanzielle Mittel vorweisen (p.P. 500 € wie in einer Info von der thailändischen Botschaft in Berlin angekündigt), noch wurden wir bzgl. einer möglichen Überwachung wegen Corona angesprochen (wie in vielen Medien berichtet).

Nach unserer Ankunft 8 Uhr morgens mussten wir uns noch bis 14 Uhr die Zeit vertreiben bis wir in unserem Hotel einchecken konnten. Ohne Kind alles kein Problem, man fährt in die Stadt und kriegt die Zeit schon irgendwie rum. Jetzt allerdings entschieden wir uns am Flughafen zu bleiben und ärgerten uns insgeheim, das Zimmer für 20 Euro die Nacht nicht schon eine Nacht früher gebucht zu haben.

Nebenbei checkten wir natürlich mit gemischten Gefühlen die Corona-News aus der Heimat. Schon am Flughafen in Bangkok fiel uns auf, dass ein Großteil der Flughafenangestellten eine Maske im Gesicht trugen. Aber auch andere Reisende – meistens aus anderen asiatischen Ländern – hatten Maske. Wir packten unsere Exemplare ebenfalls aus und taten es den Einheimischen gleich. Paula fand das interessanterweise gar nicht gruselig, wenn Papa sie aus nächster Nähe vollvermummt anschaute. Im Gegenteil – sie lachte sich in der Manduka einen ab und schnippste mir fleißig den Befestigungsgummi an den Hals – Auaaaaaaaa.

Während unserer Wartezeit am Flughafen bekamen wir einen Vorgeschmack auf die Kinderliebe der Thais. Unsere Tochter war der Starin Bangkok und genoss die Aufmerksamkeit, welche ihr die vorbeilaufenden Leute mit Lachen und Grimassen entgegen brachten. Zum Dank schenkte sie Ihnen ihr süßestes Lachen. Wegen Corona scheinen die Leute allerdings jetzt auch ein bisschen zuückhaltender zu sein als sonst. Wir sind gespannt, wie sich alles noch entwickelt.

Hallo Bangkok

Irgendwann nachmittags sind wir dann in unsere kleine Ferienwohnung mitten in einem poshen Apartmentblock in Bangkok gezogen. Klein, aber fein, mit Mini-Küche und Waschmaschine auf dem Balkon. Nicht zu vergessen den schicken Pool im Innenhof.

Bangkok ist heiß, laut und wuselig. Wie geht das mit Baby und das gerade jetzt während der Pandemie-Siuation? Wir haben es entspannt angehen lassen. Ein bisschen wollten wir uns was anschauen, aber mit möglichst wenig Menschengedränge. Viele Sightseeing Hotspots hatten wir bereits bei vorangegangenen Trips nach Bangkok sehen können. Übrigens sind schon jetzt viel weniger Touristen in der Stadt. Die Straßen und öffentlichen Verkehrsmittel, wie die Boote auf Fluss und Klong-Kanälen, sind relativ leer.

Zunächst sind wir auf den Geschmack der Grab-App gekommen – so ähnlich wie Uber in Asien: Von A nach B kamen wir so schnell und sicher mit dem (privaten) Taxi. Übrigens haben wir dann immer die Masken auf. Man merkt einfach, dass sich dann auch die Thais wohler fühlen, wenn wir diese auf haben. Ein Fahrer berichtete uns, dass die Konsequenzen jetzt schon deutlich zu spüren sind: Wir waren an dem Tag seine zweiten Kunden. Es war 3 Uhr nachmittags.

Wir haben etwa 4 Tage in Bangkok verbracht. Folgendes haben wir angeschaut und ist mit Baby ganz gut machbar:

  • Jim Thompson Haus: Wunderschönes Wohnhaus des einstigen Seide-Millionärs, jetzt ein schattiges Museum mit Garten und schönem Restaurant. Paula hat während der Führung in der Manduka geschlafen. Beim Essen auf der Restaurant-Terasse hat sie ihren ersten Thai-Reis probiert und Kokoswasser getrunken.
  • Sri Mahamariamman Temple: Hindu-Tempel, den auch viele Thais aufsuchen. Sehr authentische Gegend. Zur Zeit wenig los. In den Straßen hat Markus sich noch einen Frisörbesuch gegönnt und wir haben in einem Streetfood-Restaurant gegessen. Von dort aus konnten wir gemütlich über kleine Nebenstraßen zurück zum Apartment laufen.
  • Wat Arun: Große Buddhistische Tempelanlage auf der anderen Flussseite ggü. der Königspalastes. Sind mit dem öffentlichen Boot hergefahren. Auch hier wirklich wenig los. Wir verbrachten lange Zeit in einem kleinen Innenhof, wo Paula auf Kunstrasen (fragt mich nicht) krabbeln konnte.
  • Saranrom Park: Nach Wat Arun rüber auf die andere Seite in den Park hinter dem Palast. Hier gab es so Mamor-Plattformen. Ideal zum Krabbeln für kleine Babys.
  • Bang Kachao: den Letzten Tag verbrachten wir auf Bang Kachao, eine grüne Halbinsel, gebildet durch eine Flussschleife des Chao Phraya, und bekannt als „grüne Lunge Bangkok“. Am Wochenende kommen hier viele Städter her, um Natur und Grün aufzutanken. Außerde, ist das Eiland beliebt zum Fahrradfahren. Unter der Woche ist kaum was los, nur wenige Restaurants haben geöffnet. Wir haben einen ganzen Tag hier verbracht und sind über die kleinen Stege und Wege spaziert.
  • Pool: Und immer wieder die abendliche Abkühlung im Pool der Apartmentanlage.

Tschüss Bangkok

4..5 Tage reichen dann auch bei der Hitze und der Corona-Situation in Bangkok. Täglich verfolgen wir die News und bekommen mit, wie sich die Lage in Deutschland zuspitzt. Mittlerweile gibt es eine weltweite Reisewarnung vom Auswärtigen Amt (17.03.20). Wir sind verunsichert. Unsere Auszeit hat doch gerade erst begonnen. In Thailand fühlen wir uns momentan viel sicherer als in Deutschland.

Wir wollen erst einmal weg aus der großen Stadt, hin auf die kleine Insel Koh Phayam, wo uns bereits zwei Bekannte erwarten. Hier hoffen wir auf Ruhe und etwas Isolation, um unsere Gedanken zu ordnen.

Mehr gibt es im nächsten Blogbeitrag. Ihr könnt uns auch auf Instagram folgen, dort gibt es regelmäßige Updates in den Stories. Dank für’s Lesen! Bleibt gesund und achtet auf euch UND andere.

Erstens kommt es anders. Und zweitens als man denkt. Da sitzen wir nun – immer noch in Deutschland. Immer noch im fahlen Februar-Grau. Eigentlich war geplant, dass wir bereits jetzt unser erstes (oder zweites) Pad Thai in den Straßen von Bangkok in uns hinein mümmeln, doch es kam anders…

Friedlich schlummerte der Reiseblog

Von Anfang an: Dieser Blog schlummerte die letzten Monate…ähm Jahre, ich muss es zugeben…im Dornröschenschlaf und verstaubte leider zunehmend zur Blogleiche. Das lag nicht an mangelnden Reiseaktivitäten (Oman, Ägypten, mal wieder Indien, Georgien, u.v.m.) und damit Ideen für Blogartikel. Es fehlte schnöde an Zeit und ja, auch an der Muse. Beides war uns in Bezug auf den Blog irgendwie abhanden gekommen, nachdem wir uns beide in Mo.-Fr.-Jobs wiederfanden, die recht viel Bildschirmarbeit erfordern. Die restliche Zeit war ausgefüllt mit bildschirmfreien Aktivitäten und, öhm, „Freizeitstress“.

Lange Rede kurzer Sinn: Die Seite hatte (und hat) noch immer ihre Leser, die auf der Suche nach den einen oder anderen Tipps sind. Und ab und zu bekommen wir eine E-Mail und es freut uns sehr, dass wir mit den von uns zusammengetragenen Infos jemand anderen helfen konnten.

Das magische Wort: Elternzeit

Nun hat sich aktuell unsere Lebenssituation geändert. Das magische Wort lautet: Elternzeit! Seit einigen Monaten sind wir zu dritt. Jaaa, wir haben einen neuen, kleinen Reisekompagnon an unserer Seite. Und in dieser neuen Konstellation werden wir uns nun auf ein Abenteuer nach Thailand und Malaysia begeben. Drei wundervolle Monate lang.

Im Zuge der letzten Vorbereitungen für die Reise kam dann öfter die Frage, ob wir wieder in unserem Blog berichten. Nun, hier sind wir! Diese Seite ist weit davon entfernt super fancy state of the art zu sein. Das soll hier und heute nicht unser Anspruch sein. Ach doch, es gibt jetzt ein Instagram-Widget. Wir sind also pragmatisch: Wir möchten hier gern wieder den einen oder anderen Erfahrungsbericht und hoffentlich hilfreiche Infos von unserer/unseren Reisen teilen – für Familie, Freunde und andere Reisende. Punkt. Damit küssen wir Weiteweltweltweit.de also erst einmal wieder wach.

Zum Schluss: zwei Lektionen

Zu guter Letzt: Warum hocken wir eigentlich gerade noch in Deutschland rum, statt uns die Tropenluft um die Nase wehen zu lassen? Lektion 1 für Reisen mit Kindern: Mache keine zu festen Pläne, denn es kann immer etwas dazwischen kommen. Bei uns war das jetzt ein grippaler Infekt. Oder die wortwörtliche Interpretation von Reisefieber? Lektion 2 für Reisen mit Kindern: Schließe stets eine Reiserücktrittsversicherung ab. 😉

Wir sehen uns – in Thailand!